Börsenhandel
Unter Börsenhandel versteht man den Handel mit Wertpapieren, Devisen, Waren oder den davon abgeleiteten Rechten. Beliebte Wertpapierarten sind beispielsweise Aktien, Fonds und Anleihen. Vor allem Aktien und Fonds werden auch von Privatanlegern gehandelt und nicht nur zu Spekulationszwecken, sondern teils auch zur Altersvorsorge gehalten.
Der Devisenmarkt (auch Forex, FX Market oder Foreign Exchange Market), mit einem Tagesumsatz von über 4 Billionen US-Dollar, ist der weltweit größte Finanzmarkt und ermöglicht den Handel mit Devisen. Zu den Währungen mit den größten Devisenumsätzen zählen US-Dollar, Euro, Japanische Yen sowie das Britische Pfund.
Der Handel mit Waren umfasst unter anderem Metalle und Rohstoffe, auch Agrarprodukte wie Weizen, Raps, Mais, Rinder oder Schweine werden an Börsen bzw. an der jeweils darauf spezialisierten Warenterminbörse gehandelt.
Internationale Börsen & Handelsplätze
Zu den international wichtigsten Börsen und Handelsplätzen Nordamerikas zählen New York Stock Exchange, New York Mercantile Exchange sowie die NASDAQ. Weitere Handelspätze sind unter anderem:
- AMEX - American Stock Exchange
- CBOE - Chicago Board Options Exchange
- CBOT/eCBOT - Part of the CME Group
- CFE - CBOE Futures Exchange
- CME - Chicago Mercantile Exchange
- ICE - Intercontinental Exchange
- NYBOT - New York Board of Trade
- TSE - Toronto Stock Exchange
Wichtige Börsen in Asien sind unter anderem Tokyo Stock Exchange sowie die Börsen in Hong Kong und Singapur.
In Europa zählen London (London Stock Exchange und London Metal Exchange), Frankfurt (Frankfurter Wertpapierbörse einschließlich Xetra und Eurex) und Zürich (SIX Swiss Exchange) zu den wichtigsten Handelsplätzen.
Doch auch die Handelsplätze Matif in Paris und Liffe in London nehmen, vor allem beim Handel mit Agrarprodukten und Futures Trading, eine wichtige Stellung ein. Dort werden unter anderem die Getreidepreise an der Terminbörse ermittelt. Marktteilnehmern stehen diesbezüglich verschiedene Dienste zur Verfügung, beispielsweise Newsletter, Agrarfax oder andere Informationsdienste, die börsentäglich unverzichtbare Informationen über die aktuellen Entwicklungen an den internationalen Terminbörsen liefern.
Deutsche Börsen & Handelsplätze
Die mit Abstand wichtigste Börse in Deutschland ist die Frankfurter Wertpapierbörse (FWB), einschließlich Eurex sowie der Handelsplattform Xetra. Träger und Betreiber ist die Deutsche Börse AG. Darüber hinaus gibt es noch weitere Wertpapierbörsen in Deutschland, darunter die Börse Stuttgart (einschließlich EUWAX), Börse München sowie der Börsen AG (Zusammenschluss der Wertpapierbörsen Hamburg und Hannover), die vor allem im Fondshandel eine bedeutende Stellung einnimmt.
Handelbare Agrarprodukte
Zu den wichtigsten Handelsplätzen für Agrarprodukte und Agrarfutures zählen Matif in Paris, Eurex in Frankfurt, Liffe in London und CBoT in Chicago. Die handelbaren Agrarprodukte lassen sich in die drei folgenden Bereiche unterteilen:
- Getreide & Ölsaaten: z.B. Mahlweizen, Rapssaat, Soja, Futterweizen, Mais, Hafer, Gerste u.a.
- Vieh & Fleisch: z.B. Schweine, Ferkel, Lebende Rinder, Schweinebäuche, Lebendschweine u.a.
- Milchprodukte: z.B. Butter, Magermilchpulver, Milchpulver und Molkenpulver
- Nahrungs- und Genussmittel: z.B. Kartoffeln, Kaffee, Zucker, Kakao, Orangensaft u.a.
Preisentwicklung von Agrarprodukten
Die Preisentwicklung von Agrarprodukten hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Neben Angebot und Nachfrage spielt vor allem das Wetter (beispielsweise Dürreperioden, extreme Temperaturschwankungen und Naturkatastrophen) eine wichtige Rolle. Auch die Saisonabhängigkeit, unter anderem Preis-Tiefststände zur Erntezeit, die Futtermittelkosten (beispielsweise Maispreis bei der Schweinezucht), Seuchen und Epidemien (Vogelgrippe, Schweinepest, BSE) und wechselnde Ernährungsgewohnheiten können nachhaltige Preiseffekte an den Agrarmärkten nach sich ziehen. Letztendlich können sich auch politische Entscheidungen auf den Preis von Agrarprodukten auswirken, beispielsweise durch Subventionen oder ein Exportstop einer bestimmten Ware.
So ist beispielsweise aufgrund einer Flut in Asien in 2011, bei der die beiden weltweit größten Reis-Exporteure Thailand und Vietnam besonders schwer betroffen waren, deutlich gestiegen. Experten gehen davon aus, dass sich der Reispreis in 2012 jedoch wieder normalisieren werde. Der Rapspreis hingegen erreichte Anfang 2011 sein Jahreshoch und gab im Jahresverlauf deutlich nach. Seit Dezember befindet sich Raps wieder in einer Aufwärtsbewegung, so dass Experten davon ausgehen, dass der Rapspreis 2012 weiter steigen wird. Gleiches gilt auch für den Weizenpreis sowie andere Getreidepreise bzw. Getreidearten, die an der Getreidebörse gehandelt werden. Glaubt man den Prognosen, dann wird der Weizenpreis 2012 ebenfalls steigen.
Die Preisentwicklung von Agrarprodukten in 2013 könnte ähnlich volatil wie zuvor verlaufen. Experten gehen davon aus, dass sowohl der Weizenpreis 2013 als auch der Rapspreis 2013 stabil bleiben wird bzw. sogar weiter steigt.
Für Schlachtschweine und und Ferkel gilt die Eurex als einer der wichtigsten Handelsplätze. Schweinepreise sind regelmäßig mit zeitlich verzögerten Schwankunken verbunden. man spricht in diesem Zusammenhang auch von dem so genannten Schweinezyklus, der etwa alle drei bis vier Jahre stattfindet. An der Eurex werden neben Schweinen und Ferkeln die Preise weiterer Agrarprodukte, unter anderem die Kartoffelpreise, ermittelt.
Anbaubetriebe, Erzeuger, Verarbeitungsindustrie und Investoren können mit Agrarfutures steigende Preisrisiken und Marktschwankungen vermindern.
