Matif- Finanzmärkte belasten
07.09.2011 09:00 von Georg Katsimbas (Kommentare: 0)
Weizen: Am ersten US-Handeltag dieser Woche wurden die Getreidemärkte über Nacht in Chicago deutlich im Minus gehandelt. Die Auslöser kamen einmal mehr aus dem Marktumfeld: Nach der Wahlschlappe Merkel´s in Mecklenburg-Vorpommern, wieder aufflammenden Befürchtungen um Griechenland´s Schuldendämpfungsbemühungen sowie den damit einhergehenden Ängsten um die Solidität und den Bestand des Euros und schließlich Unkenrufen des Deutsche Bank Chefs Ackermann, der aufgrund der Euro-Krise befürchtet, dass eine Reihe von Banken zu Fall kommen könnten und damit die Gefahr einer Bankenkrise heraufbeschwört, waren die gestrigen Verluste an den europäischen, insbesondere den deutschen Aktienmärkten schwer. Dies galt es an den US-Märkten heute zunächst einmal zu verdauen und es wurden Risiken reduziert. In Paris eröffnete der Weizen entsprechend im Minus. Viel der Belastungen aus dem Marktumfeld waren allerdings bereits gestern eingepreist worden, so dass die Kursabgaben entsprechend moderat ausfielen. Dabei wird die Angebotssituation beim US-Mais und damit am Weltmarkt als extrem knapp angesehen; und auch beim Weizen wird voraussichtlich das zweite Jahr in Folge mehr verbraucht als produziert werden, wenn gleich hier die Bestandssituation weltweit insgesamt als auskömmlich angesehen wird. Solange aber Mais knapp gesehen wird, erwarten Analysten auch keine wesentlichen Kursabgaben für den US-Weizen. Im Spannungsfeld zwischen belastendem Marktumfeld und unterstützenden Fundament konnte sich im Tagesverlauf der Weizen an der Matif stabilisieren und wurde auf charttechnische Punkte um 205 EUR/t Basis November gut gekauft. Etwas festere Aktienmärkte und ein Euro im Plus zum US-Dollar halfen.
Raps: Neben Makroeinflüssen und einem erneut schwachen Rohölmarkt, waren die Ölsaaten heute zusätzlich durch Meldungen belastet, wonach in 2012 die brasilianische Sojaernte mit 72,5 Mio. to. auf Rekordniveau erwartet wird, was die erwarteten Einbußen bei den US-Sojaerträgen aufgefangen könnte. Die Rapssaat an der Matif ging entsprechend erneut ins Minus. Auch hier waren aber bereit gestern viele negativen Einflussfaktoren verarbeitet worden, so dass es bei moderaten Verlusten blieb.
Mais: Meldungen zufolge sind die ersten Mais-Erträge in Frankreich ausgezeichnet. Ähnliches wird für das restliche Europa erwartet, wenn das Wetter weiter mitspielt. An der Matif wurde Mais nahezu unverändert gehandelt und war – wie so oft – von der Kursentwicklung beim Weizen in Paris geprägt.
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