Glossar

Absicherung

Strategie um sich gegen nachteilige Preisänderungen abzusichern. Dies kann sowohl die zukünftigen Investitionen (z.B. Warenkauf) als auch die zukünftigen Verkäufe (z.B. Verkauf der Ernte oder Verkauf von Lagerware) betreffen.

Additional Margin

Die Additional Margin ist eine Sicherheitsleistung, die mögliche Glattstellungsverluste abdeckt. Diese Verluste sind im Wesentlichen abhängig von der Preisbewegung im Basiswert.

Amerikanische Optionen

(siehe Europäische und amerikanische Optionen)

"Am Geld" (at-the-money)

Der Begriff am Geld at-the-money kommt aus dem Bereich des Optionenhandels. Er gibt eine kurze Einschätzung über den jeweiligen Wert einer Option an. Dieser Wert hängt immer von dem inneren Wert und dem Zeitwert ab. Ist eine Option "am Geld" ist ihr innerer Wert nicht vorhanden. Das bedeutet, die Option verbrieft zwar das Recht, einen Future zu kaufen oder zu verkaufen, da der Strikepreis aber genau so hoch wie der Futurekurs ist, bringt die Option für den Marktteilnehmer keinen Vorteil. Der Rechenweg für eine Call-Option ist folgender: Der aktuell notierte Kurs des Basiswertes wird durch den sogenannten Basispreis, oder auch Strikepreis genannt, geteilt. Wenn das Ergebnis "1" ergibt, ist die Option "am Geld" oder "at the Money". Deutlich wird dies an einem Beispiel: Als Eigentümer einer Weizen-Call-Option zu einem Basispreis von 160 EUR/t hätte ich z.B. das Recht einen Weizenfuture für 160 EUR/t zu kaufen. Doch da der aktuelle Weizenkurs an der Börse auch 160 EUR/t entspricht, könnte ich diesen auch direkt an der Börse erwerben und müsste nicht erst den Umweg über die Optionen nehmen. Die Berechnung des inneren Wertes bei einer Put-Option gestaltet sich etwas anders. In diesem Fall wird der Basispreis durch den aktuellen Kurs des Basiswertes geteilt. Auch hier wird die Option als At-the-Money-Option bezeichnet, wenn der Quotient aus dem Basispreis und dem aktuellem Kurse gleich "1" ist. Als Käufer einer Weizen-Put-Option zu einem Basispreis von 160 EUR/t hätte ich z.B. das Recht erworben, einen Weizenfuture zu 160 EUR/t zu verkaufen. Doch bringt es mir auch hier keinen Vorteil, wenn der Basispreis identisch mit dem Weizenkurs ist und ich den Weizenfuture auch direkt an der Börse verkaufen könnte. Weitere Begriffe, die den Wert einer Option definieren sind zum einem "im Geld" bzw. "in the Money" oder auch "aus dem Geld" ("out of the Money").

Arbitrage

Risikolose Gewinne durch Ausnutzung unterschiedlicher Preise bei gleichzeitigem Kauf und Verkauf von Waren an verschiedenen Märkten (Börsen), in verschiedenen Kontraktmonaten, zwischen dem Kassa- und dem Terminmarkt oder von unterschiedlichen, aber zueinander bezogenen Waren.

At-the-market bzw. Market Order

Diese Bezeichnung kommt aus dem Bereich des Börsenhandels und wird vom Börsenkunden bei der Ordererteilung benutzt. Der Begriff At-the-market besagt, dass eine Order zu dem Preis ausgeführt wird, an dem sich der Markt gerade befindet. Häufig kommt es vor, dass Börsenkunden bei ihrem Broker anrufen, um eine Kauf- oder Verkaufsorder von z.B. Weizenfutures vorzunehmen. Für eine korrekte Auftragsdurchführung ist es hierbei unerlässlich anzugeben, welches Produkt gehandelt werden soll, also die Nennung des Basisgutes (z.B. Weizen, Raps, Kartoffeln), die Anzahl der gewünschten Kontrakte sowie die Kontraktmonate. Natürlich muss der Kunde auch bekannt geben, an welcher Börse er handeln möchte (z.B. Matif, CBoT, EEX) Nicht unbedingt erforderlich ist es dagegen, den Kurs festzulegen, zu dem ge- oder verkauft werden soll. Erteilt der Kunde eine Market-Order, wird der Handel zu dem Kurs ausgeführt, der sich in dem Moment an der Börse zeigt. Hierzu ein Beispiel: Möchte der Kunde September-Weizen kaufen, wird bei einer Market-Order der Handel zu dem Kurs durchgeführt, zu dem der günstigste Verkäufer von September-Weizen seinen Kontrakt eingestellt hat. Soll dagegen ein Verkauf durchgeführt werden, ergibt sich der Preis aus dem besten Angebots, das auf Käuferseite eingestellt wurde. Eine weitere Möglichkeit, Orders zu erteilen ist die sogenannte Limit-Order. Bei dieser Order muss ein Preis genannt werden, zu dem der Handel ausgeführt werden soll. Befindet sich der "Markt" nicht an diesem Preisniveau wird die Order auch nicht ausgeführt. Dann wird die Order am Ende des Handelstages gelöscht (wenn sie tagesgültig erteilt wurde) oder sie bleibt bis auf Widerruf im System (good-till-cancel). Das unterscheidet die Limit-Order von der Market-Order. Vor der Ordererteilung ist es wichtig zu beachten, dass die Order At-the-Market sofort ausgeführt werden kann, während die Limit-Order erst dann vollzogen wird, wenn der gewünschte Preis auch erreicht wurde. Eine weitere Variante wäre die Stopp-Loss-Order. Diese bewirkt, dass z.B. ein Verkaufsauftrag erst dann bestens ausgeführt wird, sobald eine Preisgrenze unterschritten wurde. Damit kann sich der Marktteilnehmer in einem fallenden Markt vor größeren Verlusten absichern.

Aufgeld

(sieh Prämie)

Baisse

Wenn Kurse fallen, spricht man von einem „Bären-Markt“ oder einer Baisse. Marktverhältnisse, die fallende Kurse erwarten lassen, sind „bearish.“ Das Gegenteil von Baisse ist die Hausse.

Barausgleich

Ein Barausgleich (Cash-Settlement) bezeichnet die Zahlung von Geld anstelle von Sachwerten oder Wertpapieren. Es gibt zum Beispiel einen Barausgleich bei Optionsscheinen. Dabei erfolgt anstelle der Lieferung oder Abgabe der Wertpapiere, auf denen der Optionsschein basiert, nur ein Ausgleich zwischen dem am Finanzmarkt festgelegten Wertpapierkurs und dem im Optionsschein festgelegten Ausübungspreis (Strike). Das im Optionsschein festgeschrieben Bezugsverhältnis ist dabei zu beachten.

Basispreis

Preis, zu welchem das Underlying eines Optionskontrakts gekauft oder verkauft werden kann. (Wird auch Bezugs- oder Ausübungspreis genannt.)

Bestens

Unlimitierter Kaufauftrag, der zum nächsten zustande kommenden Kurs ausgeführt wird.

Billigst

Unlimitierter Verkaufsauftrag, der zum nächsten zustande kommenden Kurs ausgeführt wird.

Briefkurs

Im Wertpapierhandel ist der Briefkurs der Preis, für den ein Verkäufer das Wertpapier anbietet. Die Geld-Brief-Spanne setzt sich dabei aus dem höchsten Geldkurs und dem niedrigsten Briefkurs zusammen.

Broker

Personen, die Geschäfte im Auftrag anderer Personen ausführen und dafür eine Gebühr verlangen. Ist auch als Dienstleister, der Kauf- oder Verkaufs-Order für Kunden ausführt, zu sehen. Er erhält eine Provision (Kommission) für diesen Dienst.

Bullish

Wenn Kurse steigen, spricht man von einem Markt, der „bullish“ ist.

Call-Option

Eine Call-Option gibt dem Käufer (Halter) das Recht zum Kauf eines Futures („Long“ zu gehen) zu einem bestimmten Preis am oder vor dem Verfallstag. Beispiel: Eine März Matif (Euronext/Liffe - Paris) Milling Wheat 180.00 Call-Option gibt dem Halter (Käufer) das Recht zum Kauf eines Futures bei einem Preis von 180.00 (180.00 EUR/t). Da die Matif-Optionen in der Regel amerikanischen Typs sind, kann diese erworbene Call-Option somit bis zu ihrem Verfall auch zu jeder Zeit ausgeübt werden. Selbst wenn der Weizen-Future an der Matif deutlich über 180.00 EUR/t steigen sollte, hat der Halter des Calls immer noch das Recht den Weizen-Future zu 180.00 zu kaufen.

Call-Käufer

Call-Verkäufer

Zahlt die Prämie

Nimmt die Prämie ein

Hat das Recht zur Ausübung, woraus eine Long-Futures-Position resultiert

Falls er angedient wird, hat er die Verpflichtung den Future zum vereinbarten Basispreis zu liefern.

Die Zeit arbeitet gegen ihn

Die Zeit arbeitet zu seinen Gunsten

Hat keine Margin-Verpflichtungen

Muss eine Margin unterhalten (vgl. Futures)

Cash Settlement

siehe Barausgleich

CFDs (Contracts for Difference)

CFDs sind Derivate, die durch eine Hebelwirkung eine höhere Chance aufweisen aber auch mit höheren Risiken verbunden sind. Der Unterschied zu Aktien und CFD-Handel ist nicht nur die Hebelwirkung. Aktien sind verbriefte Anteile des Aktionärs am Eigenkapital der Aktiengesellschaft. Bei CFDs wir der Inhaber von CFDs nicht an einem Aktienunternehmen beteiligt, sondern ist nur Inhaber der Forderungen. Derivat ist ein gegenseitiger Vertrag, dessen wirtschaftlicher Wert vom Basiswert bzw. Underlying abgeleitet wird. Basiswerte können Aktien, Anleihen, Indices, Zinssätze und Rohstoffe sein.

Clearing

Die Aufrechnung und Abwicklung von Handelsgeschäften. In Bezug auf das Clearing von Futures und Optionen beschreibt dieser Begriff Pflichten wie den täglichen Ausgleich von Gewinnen und Verlusten (Variation Margin), die tägliche Berechnung des Sicherheitenbedarfs (Additional Margin) sowie die Schlussabrechnung bei Fälligkeit beziehungsweise Verfall.

Clearingstelle

Abrechnungsstelle, die die Leistung der Parteien in einer Derivat-Transaktion an der Börse sicherstellt.

Derivat

Das Derivat ist lateinischer Herkunft (v. derivare = ableiten) und deutet darauf hin, dass der Preis (Kurs) dieser Instrumente von einem ihnen zugrunde liegenden Marktgegenstand (dem Basiswert) abhängt.

EONIA

European Overnight Index Average – ein Referenzzinssatz, ermittelt von der Europäischen Zentralbank als gewichteter Durchschnitt aus Overnight-Sätzen im Interbankengeschäft, die von einem Ausschuss meldender Banken der Eurozone quotiert werden. Der EONIA-Satz ist ein Referenzzinssatz im Euro-Geldmarkt. Eurex bietet Futures basierend auf dem monatlichen Durchschnitt von veröffentlichten EONIA-Sätzen an.

Eurex

Eurex ist eine Terminbörse für Futures und Optionen.

EURIBOR

European Interbank Offered Rate (EURIBOR) ist der durchschnittliche Zinssatz, zu dem eine Gruppe von Banken bereit ist, für einen bestimmten Zeitraum Kapital untereinander auszuleihen. Der EURIBOR wird häufig als Referenzzinzsatz sowohl für EUR-Zahlungsströme als auch für Derivate verwendet.

Europäische und amerikanische Optionen

Optionen amerikanischen Typs können jederzeit ausgeübt werden. Europäische Optionen können hingegen lediglich am Laufzeitende ausgeübt werden. Auf Grund des größeren Rechtsumfangs für Inhaber amerikanischer Optionen (vgl. Ausübungsrecht), sind amerikanische Optionen in der Regel auch ein wenig teurer als die europäischen. Allerdings fällt der Preisunterschied kaum ins Gewicht, da die Optionen normalerweise nicht ausgeübt sondern glattgestellt werden. Wer ausübt, der verzichtet auf den Zeitwert der Option. Die Optionen an der Matif sind in der Regel amerikanischen Typs.

Fälligkeitsdatum

Das Fälligkeitsdatum bezeichnet bei Terminkontrakten den Zeitpunkt, an dem der Basiswert zur Lieferung fällig ist oder eine Zahlungsverpflichtung zu begleichen ist.

Futures

Ein Future (auch (Börsen-) Terminkontrakt genannt) ist ein verbindlicher Börsenvertrag (Kontrakt), der - im Gegensatz zu den halbseitig verpflichtenden Verträgen bei Optionen - zwischen zwei Parteien geschlossen wird. Futures sind eine Art von börsengehandelten Termingeschäften. Der Vertrag ist dabei bestimmt von der verpflichtenden Lieferung für den Verkäufer und der Abnahme für den Käufer eines genauen Basiswerts, einer bestimmten Kontraktgröße, eines fixen Zeitpunkts in der Zukunft (Termin) und eines konkreten, bei Vertragsabschluss bereits bestimmten Preises. Je nach Basiswert wird zwischen Finanzterminkontrakten (Financial Future) und Warenterminkontrakten (Commodity Future) unterschieden.

Futures Spread Margin

Diese Margin dient der Absicherung der Risiken, die mit einem Futures-Spread innerhalb von 24 Stunden entstehen könnten. Sie wird dann verwendet, wenn sich in einem Konto mehrere Futures-Positionen befinden, deren Risiken sich zum Teil gegenseitig ausgleichen. Bei der Berechnung werden Long- und Short-Positionen miteinander verrechnet, wobei Kontrakte mit verschiedenen Fälligkeitsmonaten gegeneinander gestellt werden können (zum Beispiel Long Matif-Weizen November gegen Short Matif-Weizen März). Deshalb ist die Futures-Spread-Margin eine Absicherung gegen die unvollkommene Preiskorrelation zweier Kontrakte (Long und Short) mit verschiedenen Fälligkeiten.

Geldkurs

Als Geldkurs (bid) bezeichnet man den Kurs (Preis), den ein Käufer für den Future zu zahlen bereit ist und zu dem augenblicklich kein Angebot (ask/offer, auch Briefkurs genannt) existiert.

Glattstellung

Eine offene Position wird durch den Abschluss eines dem Eröffnungsgeschäft genau entgegengesetzten Geschäftes glattgestellt. Das bedeutet, dass eine Long-Position durch eine entgegengesetzte Short-Position geschlossen werden kann und umgekehrt.

GTC-Order (Good-till-Cancelled)

Der Ordertyp „Gültig bis auf Widerruf“ eignet sich für jede Auftragsposition und wird so lange aufrechterhalten, bis der Auftrag erfüllt oder widerrufen wird.

Händler

Ein Händler ist eine natürliche Person, die zum Handel an der Börse zugelassen ist.

Halfturn

siehe Roundturn.

Hausse (Bull Market)

Bei steigenden Kursen spricht man von einem Bull-Market. Marktteilnehmer, die höhere Preise erwarteten, werden „Bulls“ oder „Bullen“ genannt.

Hedger

(to hedge (engl.)=absichern): Personen, die Terminkontrakte kaufen oder verkaufen, um sich gegen zukünftige Preisrisiken im Kassageschäft abzusichern.

Hedging

Hedging (Hedgegeschäft/Sicherungsgeschäft/Kurssicherung) bezeichnet ein Finanzgeschäft zur Absicherung einer Transaktion gegen Risiken wie zum Beispiel Wechselkursschwankungen oder Veränderungen in den Rohstoffpreisen. Der Hedger, das heißt die Person oder Unternehmung die eine Transaktion hedgen will, geht zu diesem Zweck eine weitere Transaktion ein, die mit der zugrundliegenden Transaktion verbunden ist. Im Allgemeinen findet dies in der Form eines Termingeschäfts statt. Hedging ist überall dort anwendbar, wo die Möglichkeit zum Aufbau einer Gegenposition besteht.

Kassageschäft

Handelsabschluss zwischen zwei Parteien, z.B. Landwirt und Landhändler, bei dem Geschäftsabschluss und Erfüllung zeitnah beieinander liegen (Erfüllungsfrist). Im Gegensatz zum Terminmarkt sind Geschäfte am Kassamarkt auf effektive Erfüllung ausgerichtet. Die physische Ware wechselt tatsächlich den Besitzer zum festgelegten Preis (Kassakurs)

Kassa-Kurs

Der sofort zu bezahlende Preis für den Kauf einer vorhandenen Ware zum gegenwärtigen Wert im Kassa-Markt (im Gegensatz zum Kauf eines Kontrakts im Terminhandel).

Kassa-Markt

Ein Markt, auf dem Waren zur sofortigen Lieferung erhältlich sind und gehandelt werden.

Kaufoption

(siehe Call-Option)

Kontrakt

In Verbindung mit einem bestimmten Vertragsinhalt ist dies eine rechtlich bindende Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Parteien, eine Leistung zu erbringen oder zu unterlassen.

Letzter Handelstag

Der letzte Tag, an dem ein Future- oder eine Option gehandelt werden kann. Bei Eurex-Optionen ist das im Allgemeinen der letzte Tag, an dem Ausübungen möglich sind.

Limit Order

Bezeichnung für eine Order mit festgelegtem Preis und/oder festgelegter Zeit für die Ausführung.

Long hedge

Kauf von Futureskontrakten zur Absicherung gegen einen zukünftigen Preisanstieg am Kassamarkt.

Long-Position

Offene Position des Käufers eines Futures oder einer Option.

Makler

Börsenteilnehmer, der Aufträge auf fremde Rechnung (für Anleger) ausführt.

Margin

Margin ist die vom Clearing-Mitglied zu hinterlegende Sicherheit für die Kontrakterfüllung und dient zur Deckung des Risikos des Clearinghauses.

Margin Call

Nachschuss, der von der Clearingstelle der jeweiligen Börse verlangt wird, wenn die Differenz zwischen der bereits bezahlten Margin und einer handelstäglich ermittelten Margin durch Preissteigerung von Verkaufskontrakten oder Preissenkungen von Kaufkontrakten eine festgelegte Grenze überschreitet.

Marginkonto

Jede Person, die einen Futurekontrakt kaufen will, muss zur Absicherung des Erfüllungsrisikos ein Marginkonto anlegen. Auf diesem werden die durch die täglichen Kursschwankungen der Futures sich ergebenden Gewinne oder Verluste verbucht. Beim Kauf eines Kontraktes muss dabei eine Sicherheitsleistung in Form einer Margin (Initial Margin oder Variation Margin) hinterlegt werden, als Gewinn- beziehungsweise Verlustausgleich.

Market Order

Bezeichnung für eine Order, die sofort zu aktuellen Marktpreisen ausgeführt wird.

Maturity (Fälligkeit)

Zeitraum, zu dem ein Terminkontrakt zur Glattstellung mit der effektiven Ware angedient werden kann, z.B. der Zeitraum zwischen dem ersten Tag der Andienungsanzeige und dem letzten Handelstag eines Kontrakts.

Netting

  1. Aufrechnen offener Long-Positionen gegen offene Short-Positionen in Futures oder Optionen zwecks Ermittlung der Netto-Long- oder Netto-Short-Position.
  2. Prozess bei der Markteröffnung (zwischen der Pre-Opening- und Trading-Phase), bei dem ausführbare Futures- und Options-Orders zum Eröffnungspreis ausgeführt werden.

Open Interest

Das Open Interest beschreibt die Anzahl der offenen Positionen in einem Futures- oder Optionskontrakt. Zum Ende der Laufzeit eines Kontraktes ist zu beobachten, dass das Open Interest abnimmt. Da es die wenigsten Händler zur physischen Lieferung kommen lassen wollen, müssen sie früher oder später ihre offenen Positionen glattstellen bzw. schließen. Mit jeder Glattstellung wird das Open Interest gemindert, bei jeder Positionseröffnung erhöht.

Option

Eine Option auf einen Futures-Kontrakt ist das Recht, aber nicht die Verpflichtung, den zugrundeliegenden Futures-Kontrakt zu einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Optionen) oder auch vorher (amerikanische Optionen), zu einem bestimmten Preis (Basispreis, „Strike“) zu kaufen oder zu verkaufen. Es werden zwei Arten von Optionen unterschieden: Call-Optionen und Put-Optionen. Beide offerieren die Chance an Preisbewegungen des Futures teilzuhaben, ohne den zugrundeliegenden Future tatsächlich zu besitzen.

Options-Käufer

Ein Options-Käufer kann wählen, ob er sein Recht ausüben und die Position im zugrundeliegenden Future eingehen möchte. In den meisten Fällen wird der Options-Käufer sein Recht aber nicht ausüben, sondern – falls die Option einen Wert hat – stattdessen seine Options-Position vor Verfall an der Börse glattstellen.

Options-Prämie (Optionspreis)

Die Options-Prämie ist der Preis einer Option. Die Höhe der Options-Prämie wird durch mehrere Faktoren beeinflusst:

 

Variable

Calleur

Puteur

Callam

Putam

Akt. Kurs

+

-

+

-

Basispreis

-

+

-

+

Restlaufzeit

?

?

+

+

Volatilität

+

+

+

+

Risikoloser Zinssatz

+

-

+

-

Dividenden

-

+

-

+

+ bedeutet, dass eine Erhöhung im Wert der Variablen eine Erhöhung des Optionspreises zur Folge hat.

- bedeutet, dass eine Erhöhung im Wert der Variablen eine Verringerung des Optionspreises zur Folge hat.

? bedeutet, dass der Zusammenhang nicht eindeutig ist.

Options-Verkäufer

Ein Options-Verkäufer wird auch Options-Schreiber oder Stillhalter genannt. Falls der Käufer der Option von seinem Recht auf Ausübung der Option Gebrauch macht, ist der Options-Verkäufer vertraglich verpflichtet den Future zum Basispreis zu liefern (bei Call-Option) bzw. den Future zum Basispreis abzukaufen (bei Put-Option). Im Gegenzug erhält der Options-Schreiber für das eingegangene Risiko eine Optionsprämie.

Order

Vertraglich bindende Aufforderung, an andere Teilnehmer, zum Kauf oder Verkauf einer bestimmten Menge eines Finanzinstruments zu einem festgelegten Preis.

Orderbuch

Das Orderbuch enthält alle gültigen Orders für ein Produkt entsprechend ihrer Handelsbeschränkungen und Ausführungsbedingungen.

Out-of-the-money (Aus dem Geld)

Eine Call-Option ist out-of-the-money (aus dem Geld), wenn der Kurs des Basiswerts unter dem Ausübungspreis liegt. Eine Put-Option ist out-of-the-money, wenn der Kurs des Basiswerts über dem Ausübungspreis liegt.

Positionslimit

Die maximale Anzahl von Futures- oder Optionskontrakten in einem bestimmten Produkt, die von einem Teilnehmer oder einem Kunden für eigene Rechnung gehalten werden darf.

Prämie

(siehe Option-Prämie)

Preiskorrelation

Eine Preisbeziehung zwischen zwei oder mehr Finanzinstrumenten.

Puts und Calls

Puts und Calls sind verschiedene Optionskontrakte – Sie sind nicht die andere Seite derselben Transaktion. Für jeden Put-Käufer gibt es einen Put-Verkäufer und für jeden Call-Käufer gibt es einen Call-Verkäufer.

Put-Option

Der Halter einer Put-Option hat das Recht einen Future-Kontrakt zu einem bestimmten Preis am oder vor dem Verfallstag zu verkaufen („Short“ zu gehen). Beispiel: Eine März Matif (Euronext/Liffe - Paris) Milling Wheat 170.00 Put-Option gibt dem Halter (Käufer) das Recht zum Verkauf eines Futures bei einem Preis von 170.00 (170.00 EUR/t). Die erworbene Put-Option kann wie die Call-Option der Matif vor ihrem Verfall ausgeübt werden (amerikanische Option). Wenn der Weizen-Future an der Matif beispielsweise auf 158.00 EUR/t fallen sollte, hat der Halter des Puts in diesem Beispiel das Recht den Weizen-Future zu 170.00 zu verkaufen.

 

Put-Käufer

Put-Verkäufer

Zahlt die Prämie

Nimmt die Prämie ein

Hat das Recht zur Ausübung, woraus eine Short Futures-Position resultiert

Falls er angedient wird, hat er die Verpflichtung den Future zum vereinbarten Basispreis abzukaufen.

Die Zeit arbeitet gegen ihn

Die Zeit arbeitet zu seinen Gunsten

Hat keine Margin-Verpflichtungen

Muss eine Margin unterhalten (vgl. Futures)

Quote

Gleichzeitige Eingabe einer limitierten Kauforder und einer limitierten Verkaufsorder für denselben Futures- beziehungsweise Optionskontrakt.

Roundturn

Im Terminhandel wird mit einem Roundturn eine abgeschlossene Transaktion bezeichnet, bei der Futures gekauft (verkauft) und wieder verkauft (gekauft) wurden. Die einzelnen Transaktionen heißen Halfturn.

Short-Call

Ein Anleger, der eine Short-Call-Position hält, ist bei Ausübung der Option verpflichtet, den Basiswert zum vereinbarten Ausübungspreis zu verkaufen. Der Inhaber eines Short-Calls erwartet fallende Kurse des Basiswerts während der Laufzeit der Option.

Short hedge

Verkauf von Futureskontrakten zur Absicherung gegen einen zukünftigen Preisverfall am Kassamarkt.

Short-Position

Durch den Verkauf von Kontrakten wird auf fallende Notierungen gesetzt. Diese Positionen werden Short-Positionen genannt.

Short-Put

Ein Anleger, der eine Short-Put-Position hält, ist bei Ausübung der Option verpflichtet, den Basiswert zum vereinbarten Ausübungspreis zu kaufen. Der Inhaber eines Short-Put erwartet steigende Kurse des Basiswerts während der Laufzeit der Option.

Spread

  1. Bei Optionen der gleichzeitige Kauf und Verkauf von Optionskontrakten mit unterschiedlichen Ausübungspreisen  und/oder verschiedenen Verfallsdaten. Bei Futures der gleichzeitige Kauf und Verkauf von Futures-Kontrakten mit unterschiedlichen Fälligkeitsdaten (Time Spread) oder mit verschiedenen Basiswerten (Inter-product Spread).
  2. Spread (engl. Spanne) ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs bzw. zwischen An- und Verkaufskurs.

Stopp-Order

Ein Auftrag, der zur Market-Oder wird, wenn eine bestimmte Kurshöhe erreicht wurde. Diese Aufträge werden erteilt um Verluste zu begrenzen.

Tages-Order

Ein Auftrag, der automatisch verfällt, wenn er bis zum Ende einer Börsensitzung nicht ausgeführt werden konnte.

Teilausführung (einer Order oder eines Quote)

Das Ergebnis einer Situation, in der nur ein Teil der Order- oder Quote-Stückzahl ausgeführt werden kann. Die Verarbeitung des restlichen Teils ist von den für die Order vorgegebenen Beschränkungen abhängig.

Terminbörse

Zusammenschluss zur Teilnahme am Handel mit Terminkontrakten. Ein Forum oder Ort, an dem Händler zusammenkommen, um Handelswaren oder Finanzinstrumente per Termin zu kaufen oder zu verkaufen.

Terminkontrakt

Ein Kontrakt, der den Inhaber verpflichtet, einen Wert zu einem vereinbarten Preis, an einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Transaktionskosten

Gebühren für die Ausführung von Orders.

Variation Margin

Durch die Variation Margin werden Gewinne und Verluste der offenen Positionen, die durch die täglichen Kursveränderungen entstehen, ausgeglichen. Im Unterschied zu anderen Margin-Arten handelt es sich hier nicht um eine Sicherheitsleistung, die hinterlegt werden muss, sondern um einen täglichen Barausgleich von Soll- und Habensalden.

Verfallsdatum (Expiration Date)

Der Tag, an dem das in dem Optionskontrakt definierte Recht erlischt. Wird auch als Verfall oder Verfalltermin bezeichnet.

Volatilität

Die Volatilität ist ein Maß an Unsicherheit der zukünftigen Preisbewegungen. Wenn Preise kräftig steigen oder fallen, nimmt auch die Volatilität zu. Wenn sich die Futures-Preise kaum verändern, ist die Volatilität relativ niedrig.

Wechselkurs (Exchange Rates)

Preis, der für eine ausländische Währung bezahlt wird.

Worst-Case Loss

Der größtmögliche Glattstellungsverlust, der (potenziell) bis zum Ende des nächsten Börsentags auftreten könnte. Dieser Betrag ist durch die Bereitstellung der Additional-Margin abgesichert.

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