DRV-Ernteschätzung März 2026: Leichte Ausweitung der Getreideflächen
Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) erwartet für die Ernte 2026 eine insgesamt solide Getreideproduktion in Deutschland. Nach der im März veröffentlichten ersten Prognose könnte die Gesamterzeugung bei rund 43,7 Millionen Tonnen Getreide liegen. Damit würde das Ergebnis leicht unter dem Vorjahreswert von etwa 45,3 Millionen Tonnen bleiben, obwohl die Anbauflächen insgesamt moderat wachsen. Entscheidend für die endgültige Ernte bleibt jedoch – wie in jedem Jahr – die Witterung in den kommenden Monaten.
Weizen: wichtigste Kultur mit leicht rückläufiger Produktion
Weizen bleibt weiterhin die dominierende Getreideart im deutschen Ackerbau. Für 2026 rechnet der DRV mit einer Anbaufläche von knapp 3 Millionen Hektar, was einem leichten Zuwachs gegenüber 2025 entspricht. Dennoch dürfte die Gesamtproduktion auf etwa 22,3 Millionen Tonnen sinken und damit rund vier Prozent unter dem Vorjahr liegen.
Der Rückgang hängt vor allem mit niedrigeren durchschnittlichen Erträgen von etwa 75 dt/ha zusammen, während im Jahr zuvor noch gut 78 dt/ha erreicht wurden. Besonders der Winterweizen, der den größten Anteil an der Weizenerzeugung hat, zeigt eine ähnliche Entwicklung: Trotz leicht größerer Flächen wird hier mit geringeren Hektarerträgen gerechnet. Insgesamt bleibt Weizen jedoch die zentrale Kultur für die deutsche Getreidewirtschaft und spielt auch im Export eine wichtige Rolle.
Körnermais: stabile Flächen, leicht schwächere Erträge
Beim Körnermais prognostiziert der Verband eine Ausweitung der Anbaufläche auf rund 507.000 Hektar, was einem Zuwachs von etwa 3,5 Prozent entspricht. Gleichzeitig rechnet der DRV mit etwas niedrigeren Hektarerträgen von rund 96 dt/ha.
In der Folge dürfte die Gesamtproduktion mit rund 4,9 Millionen Tonnen leicht unter dem Vorjahresniveau liegen. Damit bleibt Mais eine wichtige Kultur im deutschen Ackerbau, auch wenn die Erträge etwas schwächer eingeschätzt werden.
Winterraps: mehr Fläche und höhere Produktion
Beim Winterraps erwartet der DRV eine positive Entwicklung. Die Anbaufläche dürfte auf etwa 1,14 Millionen Hektar steigen, was einem Plus von knapp fünf Prozent entspricht.
Trotz leicht niedrigerer Durchschnittserträge wird die Rapsernte auf rund 4,1 Millionen Tonnen geschätzt und damit etwas höher ausfallen als im Vorjahr. Die größere Fläche gleicht den moderaten Rückgang der Erträge aus und sorgt für ein insgesamt besseres Produktionsergebnis.
Gerste: leichte Ausweitung der Flächen
Auch bei Gerste sieht der Verband eine moderate Ausdehnung der Anbauflächen. Insgesamt könnten rund 1,58 Millionen Hektar bestellt werden. Die Erträge werden allerdings etwas niedriger eingeschätzt als im Vorjahr.
Damit dürfte die Gerstenproduktion mit etwa 11,1 Millionen Tonnen leicht unter dem Niveau von 2025 liegen. Sowohl Winter- als auch Sommergerste tragen zu diesem Rückgang bei.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bleiben schwierig
Neben der Ernteschätzung weist der DRV auf die weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe hin. Niedrige Erzeugerpreise, gleichzeitig hohe Kosten für Energie, Diesel und Düngemittel sowie zunehmende geopolitische Risiken belasten die Getreidewirtschaft.
Der Konflikt im Nahen Osten verschärft diese Situation zusätzlich. Wichtige Absatzmärkte für deutsches Getreide in der Region sind derzeit aufgrund logistischer Probleme und der unsicheren Lage schwieriger zu erreichen.
Auch steigende Energiepreise wirken sich direkt auf die Produktionskosten aus. Sie verteuern sowohl den Einsatz von Diesel und Transport als auch die Herstellung von Stickstoffdüngern. Nach Angaben des DRV können Düngemittelkosten bis zu 20 Prozent der gesamten Betriebskosten landwirtschaftlicher Unternehmen ausmachen.
Quelle: raiffeisen.com