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WASDE-Report Januar 2026: Globale Endbestände wachsen

Artikel vom  09.01.2026 09:04 Uhr von Steffen Bach

Das USDA hat seine Prognosen für die globalen Endbestände von Weizen, Mais und Sojabohnen gegenüber dem Dezember deutlich stärker angehoben als erwartet.

Der WASDE-Report hat ein deutlich bärisches Signal an die Agrarmärkte gesendet. Das USDA überraschte dabei an mehreren Stellen:

  • Die Prognosen für die Mais- und Sojabohnenernte in den USA wurden angehoben, Analysten hatten mit einer Kürzung gerechnet.
  • Dadurch steigen auch die Endbestände 2025/26 von Mais und Sojabohnen in den USA deutlich stärker als erwartet.
  • Beim Weizen hatten Analysten mit einer Kürzung der US-Endbestände gerechnet, sie wurden aber angehoben.
  • Die Prognosen für die globalen Endbestände von Weizen und Mais liegen ebenfalls deutlich über den Prognosen und auch bei Sojabohnen ist der Aufschlag größer als erwartet, aber noch relativ nah an den Schätzungen der Analysten.

Beim Weizen gab es folgende bemerkenswerte Änderungen im Vergleich zum Dezember-Bericht:

  • Die Prognose für die globale Weizenernte wurde um gut 4 Millionen Tonnen auf einen Rekord von 842,17 Millionen Tonnen angehoben.
  • Steigerungen gab es in Argentinien mit einem Plus von 3,5 Millionen Tonnen auf 27,5 Millionen Tonnen und für Russland mit 2 Millionen Tonnen auf 89,5 Millionen Tonnen, während die Erntemenge für die Türkei gekürzt wurde.  
  • Für den Anstieg der globalen Endbestände um gut 3 Millionen Tonnen auf 278,25 Millionen Tonnen sind vor allem die USA, Argentinien, die EU und Russland verantwortlich.

Am Maismarkt überraschten vor allem die Zahlen für die USA und China:

  • Das USDA hob in seiner abschließenden Bilanz für die US-Ernte 2025 die Zahlen für die Erntefläche und den Durchschnittsertrag an. Dadurch steigt die Produktion auf einen Rekordwert von 17,021 Milliarden Bushel.
  • Da es in der US-Bilanz sonst nur minimale Änderungen gab, führt die höhere Produktion zu einem Anstieg der US-Endbestände um rund 200 Millionen Bushel (5 Millionen Tonnen) auf 2,227 Milliarden Bushel (56,56 Millionen Tonnen).
  • Bei der Maisproduktion Chinas gab es gegenüber dem Dezember einen Aufschlag von über 6 Millionen Tonnen auf 301 Millionen Tonnen, womit das USDA die offiziellen Daten der Volksrepublik übernimmt. Dies führt zu einer Anhebung der Endbestände um rund 6 Millionen Tonnen auf 180 Millionen Tonnen.

Weitgehend im Rahmen der Erwartungen lagen die Zahlen für Sojabohnen:

  • Einzige wirkliche Überraschung war die leichte Anhebung der Ernteprognose für die USA, während Analysten mit einer leichten Kürzung gerechnet hatten. Die Exportprognose für die USA wurde wegen der geringen Nachfrage Chinas um 1,14 Millionen Tonnen auf 42,86 Millionen Tonnen gekürzt, was im Zusammenhang mit der größeren Ernte zu einem Anstieg der US-Endbestände führt. Die Ernteprognose für Brasilien wurde stärker als erwartet um 3 Millionen Tonnen auf 178 Millionen Tonnen angehoben.

Globale Endbestände 2025/26 in Millionen Tonnen:

  Weizen Mais Sojabohnen

Durchschnitt der Markterwartung

275,95

279,62

123,07

Obere Ende der Markterwartung

277,71

283,00

124,50

Untere Ende der Markterwartung

274,60

277,02

121,80

USDA Schätzung Dezember 2025

274,87

279,15

122,37

USDA Schätzung Januar 2026

278,25

290,91

124,41

US-Endbestände 2025/26 in Milliarden Bushel:

  Weizen Mais Sojabohnen

Durchschnitt der Markterwartung

0,896

1,972

0,292

Obere Ende der Markterwartung

0,926

2,235

0,350

Untere Ende der Markterwartung

0,851

1,772

0,245

USDA Schätzung Dezember 2025

0,901

2,029

0,290

USDA Schätzung Januar 2026

0,926

2.227

0,350

US-Produktion 2025/26 in Milliarden Bushel:

 

Mais

Sojabohnen

Durchschnitt der Markterwartung

16,552

4,229

Obere Ende der Markterwartung

16,700

4,300

Untere Ende der Markterwartung

16,353

4,176

USDA Schätzung Dezember 2025

16,752

4,253

USDA Schätzung Januar 2026

17,021

4,262

Südamerikanische Produktion 2025/26 in Millionen Tonnen:

 

Schätzung USDA Dezember 2025

Durchschnittliche Analystenerwartung Oberes Ende der Analystenerwartungen Unteres Ende der Analystenerwartungen

Schätzung USDA Januar 2026

Soja (Argentinien)

48,50

48,53

49,00

48,00

48,50

Mais (Argentinien)

53,00

53,63

56,00

52,50

53,00

Soja (Brasilien)

175,00

176,35

179,00

175,00

178,00

Mais (Brasilien)

131,00

132,46

137,00

131,00

131,00

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