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Weuthen-Kartoffeltag: Rede von Herrn Buffen mit Markteinschätzung zur Ernte 2026

Artikel vom  27.08.2026 13:54 Uhr von Wolfgang Sabel

Meine sehr verehrten Damen und Herren, herzlich willkommen auch von meiner Seite.

Zum 36. Mal Weuthen-Kartoffeltag - 47 Jahre Erfahrung - Karl- Josef und ich, wir sind aktive Akteure, die sich noch an das Jahr 1976 erinnern können.

Es hat immer Extremjahre gegeben. Extremjahre sorgen dafür, dass Märkte in Bewegung kommen.

Dass wir nicht nur von einigen wenigen Extremjahren oder El Nino-Effekten reden, sondern der Klimawandel ein Fakt ist, beweist die derzeitige Situation rund um den Globus. Die Menschheit hat sich in der Evolution immer wieder an die Bedingungen angepasst, ansonsten wäre sie ausgestorben. Auch wir- die Kartoffelbranche- werden uns wieder anpassen.

Im vergangenen Jahr habe ich gesagt, dass wir dringend einen RESET benötigen. Diese Aussage wurde in den letzten Monaten sehr oft zitiert.

Es stellt sich aktuell die Frage: Gibt es am Ende nur Verlierer?

 

Benötigen wir jetzt den RESET vom RESET? Nein!

Viele Maßnahmen, die wir getroffen haben, wie z.B. die radikale Einschränkung der Frühkartoffelflächen für die Verarbeitung waren richtig, denn auch diese und nächste Woche werden immer noch Kartoffeln der Ernte 2025 verarbeitet. Es war sehr bitter für uns -als DEM Frühkartoffelspezialist in Europa- sowie für unsere vielen spezialisierten Landwirte in den frühen Regionen Europas, als wir erfuhren, dass für uns kein Platz im Markt sein wird.

Dies tat uns, den Landwirten, den Pflanzgutproduzenten und allen Beteiligten in der Wertschöpfungskette sehr weh. Aber etwas zu produzieren, was nicht benötigt wird, macht einfach keinen Sinn.

Die EU 4 - Anbaueinschränkung von ca. 11 % ist ein Fakt. Und dies betrifft insbesondere den Frühkartoffelanbau, der mit über 20 % sowohl in unserer Region als auch in Belgien, Frankreich und in den Niederlanden reduziert wurden.

Lassen Sie uns alle ehrlich sein: Wenn das wüchsige Wetter aus dem Frühjahr angehalten hätte, ständen wir heute hier mit einer ähnlichen Nachricht wie 2025. Es gäbe viel zu viele alte Kartoffeln, die den Markt blockieren, und der Marktzugang für die neue Ernte wäre schwierig.

Doch jetzt gilt es, nach vorne zu schauen, nicht Nachkarten und die Chancen zu sehen. Gerade die frühen Regionen werden im Jahr 2027 wieder profitieren. Wir sind mit der Sicherung der entsprechenden Pflanzkartoffeln beschäftigt und werden den spezialisierten Landwirten frühzeitig Planungssicherheit geben.

Im vergangenen Jahr war es der perfekte Sturm, der im Übrigen noch nicht vorbei ist, denn es werden noch mindestens bis Mitte September alterntige Kartoffeln für Pommes, Flocken oder Stärke verarbeitet.

Nach Sturm und Regen folgt Sonnenschein. Nach einem perfekten Sturm folgte eine historische Dürre, die aber nicht alle Anbaugebiete gleichermaßen betrifft. Aber südlich der geographische Linie Rotterdam, Osnabrück, Hannover kann man von einer extremen Situation sprechen.

Der Fluch und die Sorgen vieler Landwirte, nicht genug finanzielle Planungssicherheit – sprich Kontrakte- für den kostenintensiven Kartoffelanbau zu bekommen, stellt sich im Nachhinein als Segen dar. Doch selbst die 30 oder 35 to/ha Vertragsware sind noch nicht überall gewachsen. Die Landwirte hoffen auf weiteren Zuwachs.

Selbst auf allerbesten Lösslehmböden ist die Beregnungsmöglichkeit wettbewerbsentscheidend.

Zur Wettbewerbsfähigkeit gehören auch Transportkosten. Viele Einkäufer mussten sich aufgrund des extremen Preisdrucks aus dem Weltmarkt mit dem Rechenschieber gegen weiter entfernte, aber seit Jahren sehr zuverlässige, Regionen entscheiden. Dies hat viele Landwirte und auch unser Haus hart getroffen und machte unpopuläre Maßnahmen erforderlich. Dass Mehrkosten für Transporte auch als eine Versicherungsprämie gesehen werden können, können nur Kartoffelprofis mit langjähriger Erfahrung beurteilen.

Ich hoffe sehr, dass die heutige Unsicherheit um die Rohstoffsicherheit wieder zum Umdenken führt.

Risikosplitting

Beregnungsmöglichkeiten

Zuverlässigkeit Flexibilität

Vertragstreue

waren immer Argumente und Trümpfe, bei denen unser Haus und unsere Region gepunktet hat.

Diese Argumente werden wir wieder aufgreifen, wenn wir mit unseren zuverlässigen Partnern auf Augenhöhe und mit dem nötigen Respekt für das, was die Kette leistet, in die Gespräche gehen.

Dies betrifft sowohl unsere Partner auf der Abnehmer- als auch auf der Pflanzkartoffelseite sowie natürlich unsere vielen spezialisierten Kartoffelanbauer.

 

Zunächst wieder die Schlagzeilen des Jahres:

  • Im Erntejahr 2025 haben wir einen desaströsen Kassamarkt erlebt. Zum Teil mussten Landwirte Geld hinzuzahlen, um ihre Lagerhallen leer zu bekommen. Das absolute Worstcase-Szenario, das Kartoffeln zurück auf den Acker mussten, ist glücklicherweise nicht Alle Kartoffeln sind sinnvoll verwertet worden.
  • Auch wenn es in Medien anders suggeriert wurde, war das Kartoffeljahr für Landwirte mit einer strukturierten Auftragsproduktion nicht katastrophal. Wir und fast alle europäischen Abnehmer haben die Festpreisverträge korrekt abgewickelt und damit für Einkommen auf den Kartoffelbetrieben gesorgt. Auch die Abpackbetriebe haben sehr lange auf Importe verzichtet und trotz riesigem Angebot die Preise moderat gehalten.
  • Wer mit Kartoffeln spekuliert, weiß, dass dies auch mal ins Auge gehen Wer dies doch tut, sollte ein optimales Lager haben, denn dann gibt es doch immer noch Chancen. Dies beweisen die letzten Wochen.
  • Dass weniger Importe aus Nordafrika und Südeuropa verfügbar waren, ist den Speisefrühkartoffelanbauern in den letzten Wochen zu Gute gekommen. Die Preise waren bei guten Erträgen sehr auskömmlich.
  • Unsere Speisefrühkartoffel- Programme mit den Abnehmern in Benelux sind gut
  • Bei Pommes-Frites Veredelungskartoffeln öffnet sich- wie erwartet- erst jetzt Zug um Zug der Markt.
  • Die frühen Chips- und Zorba-Programme wurden in den letzten Wochen mit hervorragenden Produktionsergebnissen für den Fastfood-Bereich und vor allem mit „deutscher Pünktlichkeit“ bei der Abnahme abgewickelt.

An der Aussage vom Vorjahr, dass wir den Absatz der europäischen Verarbeitungsindustrie in den Exportmärkten für Fertigprodukte benötigen, hat sich nichts geändert. In den letzten Monaten haben die Verarbeiter z.T. mit sehr harten Bandagen versucht, Märkte zurückzuerobern.

Natürlich bereitet die derzeitige Situation große Sorgen, inwieweit Europa wegen fehlender Quantität und vor allem Rohstoffqualität noch weitere Marktanteile verliert. Pommes Frites-Kunden, die wir jetzt an China oder Asien verlieren, zurückzuerobern, könnte ein schwieriges Unterfangen werden. Die deutsche Automobilindustrie sollte nicht unser Vorbild sein.

Kleinere Pommes Frites zu höheren Preisen verkaufen, wird eine Herausforderung und könnte Europa perspektivisch weiter ins Hintertreffen bringen.

Doch es gibt derzeit nur wenige Regionen auf dem Globus, in denen ein Überschuss heranwächst.

Von wieder ausgelasteten Werken sind wir noch ein Stück entfernt. Lassen Sie uns hoffen, dass die derzeitige Situation nicht zu weiteren Werksschließungen in Europa führt. Fabriken, die voll unter Dampf stehen, waren in der letzten Dekade das Erfolgsrezept für unsere Branche. Daher gilt es, weiter klug zu agieren, ansonsten gibt es am Ende nur Verlierer.

Nach RESET ist jetzt das langsame Hochfahren der Branche erforderlich. Ich meine damit keine unkontrollierte Flächenausdehnung, sondern, dass jetzt die Profis gefragt sind, nach Lösungen für die kommenden herausfordernden Monate zu suchen. Opportunismus ist dabei fehl am Platz.

Aus den Proberodungen der letzten Wochen und aus der Anbaureduzierung von ca. 11% kann man heute ein erstes Fazit ziehen:

  • Frühkartoffelflächen wurden um mehr als 20 % eingeschränkt.
  • 4-5 Lieferwochen, die normal mit Frühsorten geplant werden, sind mit Kartoffeln der Ernte 2025 bedient worden.
  • Es gibt etwas mehr Tiefkühlvorrat als in den
  • Nicht beregnete und auch beregnete Frühkartoffeln bringen deutlich niedrigere Erträge.
  • Die Proberodungen der Haupterntesorten sind sehr volatil und insbesondere in den nicht beregneten Regionen in B,F, NL und D zum Teil auf historisch niedrigem

Niveau. Doch es wird in einigen Regionen und auch auf Beregnungsbetrieben normale Erträge geben.

  • Kartoffeln sind wie Unkraut! Nach den Niederschlägen der letzten Tage bleibt insbesondere bei der größten europäische Pommes Frites-Sorte Fontane und auch bei vielen anderen Haupterntesorten abzuwarten, wie viel Zuwachs es bis zur Reifeförderung noch geben kann.
  • Daher schauen wir alle neugierig auf die nächsten
  • Schalenfeste Speisekartoffeln fließen derzeit kontinuierlich zu auskömmlichen Preisen ab. Die spezialisierten Speisekartoffelanbauer können mit einem gute Kartoffeljahr rechnen. Gute Qualitäten zu produzieren ist beim derzeitigen Schädlingsdruck und den politischen Rahmenbedingungen eine große Herausforderung. Wenn wir die ohnehin knappe Ernte dann auch noch dem Drahtwurm, den Zikaden und den Schnecken überlassen, müssen die Entscheidungsträger sich nicht wundern, das gute Lebensmittel aus heimischer Produktion nicht verfügbar sind. Ohne entsprechende Instrumente können die Landwirte unsere wertvollen Produkte nicht schützen!
  • Die Exportmärkte fragen immer grobe Kartoffeln. Inwieweit hier entsprechende Qualität verfügbar ist, bleibt abzuwarten. Europa wird trotz Chancen, Märkte nicht bedienen können. Die Abnehmer müssen sich dann gezwungenermaßen in andere Regionen orientieren.
  • Der Importbedarf aus Nordafrika und Südeuropa dürfte 2027 wieder Die deutschen Frühkartoffelgebiete haben in den letzten Jahren, auch durch die veränderten klimatischen Bedingungen, bewiesen, dass sie verlässlich ab Mitte Juni schalenfeste, schmackhafte Speisefrühkartoffeln in sehr guter Qualität produzieren können.

Es wächst in Europa – und auch in Großbritannien- eine historisch kleine Ernte heran. Die Qualitäten sind sehr schwankend. Es gilt, in den nächsten Monaten den richtigen

„blend“ zu finden, um allen verfügbaren Rohstoff über die Kleinverpackung, den Schälbetrieb, die Chips-, Knödel-, Pommes Frites- oder Wedges Tüte- möglichst hoch in der Wertschöpfungskette- an den Konsument zu bringen.

Es bleibt abzuwarten, was die Niederschläge für Ertrag und vor allem für die Qualität bedeuten. Für viele Parzellen kam der Regen zu spät. Viele Landwirte werden jedoch versuchen, noch einige Wochen Wachstum zu generieren. Damit geht eine spätere Ernte mit entsprechendem Risiko einher. Nach Sonne kommt Regen!

Die Produktionstechniken und unsere Sortenwahl werden sich in Zukunft noch mehr auf die klimatischen und auch politischen Bedingungen einstellen müssen. Trocken- und Krautfäuleresistenz sowie Low Input-Sorten bleiben die Ziele der modernen Kartoffelzüchtung.

Beregnungsmöglichkeit ist für Qualitäts- und Ertragssicherung ein sehr großer Standortvorteil. Wenn ich heute als Landwirt neu in den Kartoffelanbau einsteigen möchte, würde ich eher in Beregnungskapazitäten als in Lagerraum investieren.

Auch aus diesem Grund machen globale Player ihre Standortwahl auch von der Wasserverfügbarkeit abhängig.

Wir werden jedoch auch weiterhin auf nicht beregneten Flächen produzieren müssen. In Europa werden immer noch viel mehr Kartoffelflächen nicht beregnet als beregnet.

Nachthaltiger Anbau mit neuen Sorten, die sich den klimatischen Herausforderungen anpassen, sind ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg in der Zukunft.

Dies ist im Überschussjahr scheinbar in Vergessenheit geraten. Die europäischen Züchterhäuser stellen sich mit ihrer innovativen Zuchtarbeit täglich den Anforderungen der Zukunft. Auch die langjährig bewährten und vor allem ertragsstarken Sorten werden noch lange eine wichtige Rolle spielen.

Wir sind dankbar, dass unsere Züchterhäuser trotz sehr schwieriger Rahmenbedingungen in diesem Frühjahr wieder unseren Kartoffeltag mit ihren Versuchsparzellen bereichern und gerne mit Ihnen in den Dialog gehen. Machen Sie sich ein Bild über den derzeitigen Zuchtfortschritt und fordern Sie die für Sie wichtigen Informationen zu den jeweiligen Sorten ein.

 

Ernteschätzung:

Es fällt zum heutigen Zeitpunkt sehr schwer, eine Ernteprognose zu geben. Wir müssen den Wachstumsendspurt abwarten.

Man braucht kein Prophet sein, um bei einer 11 %igen Anbaueinschränkung und niedrigen Ertragserwartungen im HAFPAL Gebiet eine sehr kleine Ernte vorherzusagen.

Ich möchte heute aber noch nicht mutmaßen, dass aus 5 Mio.to Kartoffeln der Ernte 2025 zu viel, jetzt 5 Mio. to der Ernte 2026 zu wenig werden.

Ein Jahr hat 12 Monate. Die beiden ersten Monate des Erntejahres 2026 wurden mit alterntigen Kartoffeln versorgt. Es werden sicher wieder Vertragskartoffeln in 2027 in Bordeaux, in deutschen, belgischen und niederländischen Frühregionen produziert. Dies könnte die Saison 2026/2027 nochmals um 2 bis 3 Wochen verkürzen.

Die europäische Industrie wird voraussichtlich mangels Verfügbarkeit und Qualität Marktanteile in den Exportmärkten verlieren. Ein kleinerer Bedarf könnte die Konsequenz sein.

Die Branche wird in diesem Jahr sehr sparsam mit Rohstoff umgehen. Dass die Kartoffelwirtschaft schnell und kreativ Probleme als Herausforderung annimmt, haben sie oftmals bewiesen.

Einige Landwirte aus dem Stärke- oder Flockenkartoffelanbau, die mit hohen Vorräten bei ihren Abnehmern und sehr schlechter Auszahlungsperspektive zu tun haben, werden sicher versuchen, in der Wertschöpfungskette nach oben zu kommen.

Die Stärkeindustrie hat in den letzten Jahren sowohl beim Überschuss als auch bei Knappheit für die Marktbalance gesorgt.

Pflanzkartoffelüberschüsse wird es 2026/27 nicht geben! Im Gegenteil: gutes Pflanzgut von neuen und auch bewährten Sorten wird gefragt sein.

 

Was können wir in den kommenden Monaten erwarten?

In den kommenden 2 Monaten werden ausreichend Kartoffeln verfügbar sein. Die Kassanotierungen liegen derzeit- bei geringen Mengen- über Vertragsniveau. Weitere Preissteigerungen erwarten wir vorläufig noch nicht.

Die Verarbeiter haben vermeintliche Deckungslücken von Frühkartoffeln bereits mit alter Ernte gefüllt. Jetzt kommen zeitverzögert die Frühkartoffeln zur Abwicklung. Die Landwirte wollen Parzellen ohne weiteres Wachstumspotential jetzt abwickeln.

Bei den überregionalen Abpackbetrieben setzt frühzeitig bereits Nachfrage ein. Auch Versandregionen sind wieder gefragt. Trotzdem haben bei uns die Programme mit langjährigen Vermarktungspartnern Priorität. Wir sind und bleiben verlässlicher Partner und agieren nicht opportun.

Die Verarbeitungsindustrie hat erhebliche Kapazitäten geschaffen und es werden noch weitere Investitionen getätigt. Unser aller Interesse ist es, diese Werke mittelfristig auszulasten. Wenn unsere Kunden erfolgreich im Weltmarkt verkaufen, können wir mit profitieren.

Wir haben im letzten Herbst und Frühjahr den „RESET -Knopf“ gedrückt. Dies war dringend erforderlich.

Der Kassamarkt wird auskömmliche Preise zulassen, wenn denn die entsprechende Qualität vorhanden ist. Trotzdem sehe ich extreme Ausschläge, wie in 2023, mit Preisen von bis zu 60€/100 kg vorerst nicht. Wenn wir in die Historie schauen, könnte eine 2018er Preiskurve realistisch sein, wobei die Erntemenge kleiner als 2018 ausfallen wird.

Besondere Qualitäten und besonders gefragte Sorten werden sicher auch Spitzenpreise erlösen. Oftmals waren die Schweiz oder das Vereinigte Königreich die Preistreiber. Doch letztendlich müssen die meisten unserer Kartoffeln zu unseren Partnern vor Ort. Ohne eine gemeinsame partnerschaftliche Strategie über Mengen und Spezifikationen wird dies nicht gelingen.

Für die Landwirtschaft ist es wichtig, rechtzeitige Planungssicherheit für 2027 zu bekommen. Frühkartoffeln werden in 2027 sicher wieder benötigt. Angebot und Nachfrage werden den Preis regulieren. Zunächst gilt es, die Pflanzkartoffelverfügbarkeit dieser Sorten zu gewährleisten.

Die meisten Kartoffelprofis wissen, dass es in jedem Jahr wieder heißt: neues Spiel - neues Glück.

Wir mit unseren spezialisierten Anbauern werden uns den Herausforderungen wiederum stellen.

Die Kartoffel ist und bleibt die Königin der Feldfrüchte Aber nur, wenn der Verbraucher unsere Kartoffeln oder Kartoffelprodukte irgendwo auf der Welt kauft, werden wir gemeinsam auch in Zukunft erfolgreich sein.

 

Pflanzkartoffeln

Auch für einige Pflanzkartoffelproduzenten war das Jahr 2025 eine Ernüchterung. Viele Tausende Tonnen fanden keine Käufer und mussten über den Futtertrog oder die

Biogasanlage verwertet werden. Doch für das kommende Jahr wird gutes und gesundes Pflanzgut wieder gefragt sein.

Die Anbauflächen sind geringfügig reduziert worden. Es gibt deutliche Sortenverschiebungen in den Vermehrungsflächen. Neuere Sorten gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Die Ernte der Pflanzkartoffeln hat vereinzelt begonnen. Der Knollenansatz ist auch hier in den meisten Vermehrungsgebieten überdurchschnittlich hoch. Die Sortierungen sind somit eher kleinfallender. Der Anteil an Drillingen ist höher und der Anteil in den größeren Fraktionen ist geringer als gewöhnlich. Die Roherträge in den nördlichen Vermehrungsgebieten können als durchschnittlich bis gut bewertet werden. In den südlichen Gebieten sind die Roherträge schlecht. Der Läuse- und Krankheitsdruck während der Vegetation war meist gering. Die Nacherntekontrollen werden genauen Aufschluss über die Anerkennungsfähigkeit geben.

Im Allgemeinen erwarten wir eine knapp ausreichende Verfügbarkeit für den Anbau 2027. Bitte erkundigen Sie sich rechtzeitig nach Verfügbarkeiten spezieller Wunschsorten.

Wir wollen Sie gerne auch für den Anbau 2027 wieder mit qualitativ hochwertigem Pflanzgut beliefern. Unsere Mitarbeiter werden dafür Sorge tragen und den gewohnten Service sowie die Zuverlässigkeit in der Belieferung sicherstellen.

 

Erntemengen 2026

Wie vorher gesagt, ist eine Ernteprognose heute noch sehr schwierig. Es bleibt abzuwarten, wie viel Wachstum es jetzt noch gibt.

  • Deutschland: 9,00- 10 to
  • EU 4: 19,50 – 20,50 to

 

Was bedeutet dies für die kommenden Monate und welche Preiskurve lässt sich daraus ableiten?

Speisekartoffelmarkt:

Wir erwarten in den kommenden Wochen bei Speisekartoffeln nur noch leichte Preisanpassungen nach unten. Wer selbst ein Lager hat, kann ruhig abwarten.

Nach der Schwitzphase erwarten wir Preisaufschläge, um die Erzeuger zur Abgabe zu motivieren. Wurde die Lagerung im Erntejahr 2025 nicht entsprechend honoriert, so erwarten wir für das Erntejahr 2026 eine steigende Preiskurve aus dem Lager.

Lagerung von Speisekartoffeln muss sich wieder lohnen. Der LEH und auch die Verbraucher wünschen sich regionale Speisekartoffeln. Das letzte Jahr hat beweisen, dass eine Belieferung des LEHs durch regionale Ware in Deutschland und auch in den Nachbarländern 12 Monaten zu bewerkstelligen ist.

 

Verarbeitungsmarkt:

Den Terminmarkt als Preisindikator gibt es nicht mehr.

15 Monate gab es kaum Bewegung am Markt. Die bewusst kleineren Vertragsdeckungen der Industrie werden wieder für Marktmechanismen sorgen.

Die Lagerhäuser werden bei den meisten Landwirten nicht komplett gefüllt sein.

Ob es im November/Dezember überhaupt Angebot von freien Kartoffeln gibt, hängt auch von der Haltbarkeit der Kartoffeln ab. Durchwuchs kann zu einem Vermarktungsdruck führen.

Preise für Verarbeitungsware aus dem Lager werden über Vertragsniveau liegen. Zuerst muss es den Verarbeitern gelingen, die Spezifikationen so anzupassen, dass möglichst viel Rohstoff verwertet werden kann. Pommes Frites ist Fingerfood und die Konsumenten sollten es nicht mit dem Löffel essen müssen.

Die Differenz zwischen Standard-Sorten und besonders gefragten Fastfood-Sorten oder exportfähigen Agria sowie anderen geeigneten Sorten wird deutlich größer als in den Verträgen sein.

Im späten Frühjahr kann der Kassamarkt noch ganz anders aussehen, wie manche Spekulanten hoffen. Dies hängt maßgeblich auch davon ab, wann guter Rohstoff der Ernte 2027 zur Verfügung steht.

Jedes Kartoffeljahr ist anders. Trotzdem schauen wir in die Historie. Es könnte eine Preiskurve ähnlich wie 2018 oder etwas darüber kommen.

 

Extremjahre sind eine große Herausforderung. Aber gerade in Extremjahren trennt sich die Spreu vom Weizen. Unser Haus hat in den letzten Jahren unter Beweis gestellt, dass es auch in extremen Situationen ein zuverlässiger Lieferant und Abnehmer von Rohstoff ist.

Es besteht auch keinerlei Zweifel, dass der strukturierte Vertragsanbau auch weiterhin das Geschäftsmodell unseres Hauses ist.

Wir verstehen uns dabei als Partner unserer Landwirte, der großen Industrien, Abpackbetriebe und Züchterhäuser. Gerade in schwierigen Jahren, mit herausfordernden Erntemengen haben wir uns als starker, verlässlicher Partner der europäischen Landwirtschaft bewiesen. Wir sagen, was wir tun! Wir tun, was wir sagen!

Wir bieten und nutzen jede Chance im Kartoffelmarkt - in guten wie in schlechten Zeiten. Wir werden gemeinsam mit unseren Abnehmern und Landwirten die Herausforderungen annehmen.

Herausforderungen können für die Weuthen-/ RWZ-Kartoffelgruppe gar nicht groß genug sein. Erst dann läuft unser Team zu Höchstform auf. Ein großer Dank daher an dieser Stelle an die Kolleginnen und Kollegen der Kartoffelgruppe.

 

Ein Ausblick auf 2027:

Neues Spiel - neues Glück. Dies gilt vor allem für Speisefrühkartoffelanbauer. Ihre Zeit wird wieder kommen. Das Tal der Tränen ist durchschritten und für 2027 gibt es gute Perspektiven. Insbesondere in Regionen mit hohem Schädlingsdruck wäre eine frühe, zuverlässige Flächenräumung ein Segen. Fabriken, die Kartoffeln kontrahieren, um sie dann 2 Monate nach hinten zuschieben, können hierfür jedoch nicht unsere Partner sein.

Wir, die gesamte Wertschöpfungskette, werden weiter um die zuverlässigen und guten Kartoffelanbauer werben. Zuverlässigkeit, Ertragssicherheit und Partnerschaft auch in schwierigen Zeiten sind für Weuthen, KCB und die Kollegen aus der RWZ-Kartoffelgruppe auch in Zukunft die DNA in der europäischen Kartoffelkette.

Die spezialisierten Kartoffelprofis sowie die vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweige werden auch die neuen Herausforderungen meistern.

Lösungen für ein Naturprodukt ergeben sich nicht auf Excel-Sheets, in PowerPoint-Präsentationen oder im klimatisierten Büroturm.

Hier sind echte „Potatoholics“ gefragt, die jeden Tag motiviert das Beste für unsere geliebten Kartoffeln geben.

Auf dem Acker, an der Beregnungsmaschine, im Abpackbetrieb, in der Fabrik, auf dem LKW oder wo immer in der Wertschöpfungskette. Ich bin zumindest sehr stolz darauf, Teil dieser Kartoffelfamilie zu sein.

Das sehr engagierte Team der Firma Weuthen sowie aller RWZ-Kartoffeltöchter wünschen Ihnen gute und interessante Gespräche sowie eine weiterhin gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit.

 

Schwalmtal, den 27.08.2026                               Ferdi Buffen

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