Erntebilanz des Deutschen Bauernverbandes

Aktuelles vom 23.08.2019 11:29 Uhr von Stephanie Stöver-Cordes
Weizen

Am 23. August zog der Deutsche Bauernverband Bilanz über die diesjährigen Erntemengen

Demnach ist die Getreideernte als knapp unterdurchschnittlich zu beurteilen. Sowohl die Erntemenge als auch die Erträge unterschreiten den Durchschnitt um ca. 6%. Herauszuheben ist in diesem Jahr die regional stark unterschiedliche Versorgung mit Niederschlägen, was für manche Betriebe zum Zeitpunkt der extremen Hitze wieder zu großen Problemen führte. Trotz der zuletzt höheren Niederschlagsmengen ist immer noch nicht davon auszugehen, dass die Wasservorräte im Boden wieder ausreichend aufgefüllt werden konnten.

Hitze traf Weizen während Kornfüllungsphase

Der Weizen wurde durch die Hitzewelle im Juni deutlich belastet, denn die hohen Temperaturen fielen in die wichtige Kornfüllungsphase und minderten dadurch die Ertragsbildung. Bei einer durchschnittlichen Anbaufläche fielen die Erträge um ca. 7% und die Erntemenge um knapp 9% unter den 5-Jahres-Durchschnitt.

Anders als beim Weizen blieb die Wintergerste nahezu unbeschadet von den hohen Temperaturen, denn zum Zeitpunkt der Hitze war die Ertragsbildung bereits weitgehend abgeschlossen. Dennoch bleibt ein Minus von 3,5% zum Durchschnitt. Durch die Ausweitung der Anbaufläche konnte sich aber die Erntemenge um gut 6% auf 9,7 Mio. t vergrößern.

Deutliche Einbußen bei Roggen und Raps

Deutliche Ertragseinbußen musste der Roggen hinnehmen. Diese fielen mit 51 dt um 10% geringer als der Durchschnitt aus und so konnte auch die Ausweitung der Anbaufläche um 2% lediglich eine Ernte von 3,3 Mio. t hervorbringen.

Als Sorgenkind wurde der Raps im Rahmen der Pressekonferenz vom Bauernpräsidenten Rukwied betitelt. Die Anbaufläche wurde drastisch um ca. 37% reduziert, was u. a. eine Folge des Dürresommers 2018 ist, denn die Trockenheit machte in manchen Regionen eine Aussaat unmöglich. Gleichzeitig wurde die Entwicklung der Pflanzen durch Schädlingsbefall und Regenmangel beeinträchtigt. Mit geringeren Erträgen liegt die Erntemenge nun bei nur noch 2,8 Mio. t und unterschreitet damit den Durchschnitt deutlich um 47%.

Preise orientieren sich am Weltmarkt

Zum Abschluss der Pressekonferenz bemerkte der Bauernpräsident, dass sich die Preise stark am Weltmarkt orientieren. Hier nannte er als Beispiel eine globale Produktionserwartung von 768 Mio. t Weizen, die bei einem Verbrauch von 758 Mio. t einen Überhang von 10 Mio. t hervorbringen wird. Damit bleiben die Preise auch in Europa und auch in Deutschland unter Druck und aktuell müssen die Erzeuger mit Preisen rechnen, die zwischen 15-17% unter dem Vorjahresniveau liegen.

Ernte 2019

Ernte

Fläche (ha)

Ertrag (dt)

Getreide ges.

45 Mio. t

6,4 Mio.

70

W-Raps

2,8 Mio. t

858.000

32

W-Weizen

23,1 Mio. t

3,1 Mio.

75

W-Gerste

9,7 Mio. t

1,4 Mio

71

W-Roggen

3,3 Mio. t

642.200

51

S-Gerste

1,97 Mio. t

360.000

55

Quelle: Deutscher Bauernverband, alle Angaben ohne Gewähr!

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