MATIF Wheat | Wheat price | Wheat Chart | current prices of Wheat

MATIF-Wheat

Kontraktspezifikation: MATIF-Weizen

Gehandelte Einheiten:

50 Tonnen Mahlweizen Ursprung: EU-Ware15% Feuchte, 76 kg/hl, 4% Bruchkorn, 2% Auswuchs, 2% Besatz, Zu-/AbschlÀge und ergÀnzende Anforderungen erfolgen im Einklang mit Incograin Nr. 23(Pariser VertrÀge)

Notierung:

€ je Tonne, Mindesttick 0,25 €

Laufzeiten:

September (U), Dezember (Z), Januar (F), MĂ€rz (H) und Mai (K).

Letzter Handelstag:

Der 10. Handelstag des Liefermonats

Lieferung/cash-settlement:

Physische Lieferung: Öffentliches Silo in Rouen

Handelszeiten:

10:45 Uhr bis 18:30 Uhr

Besonderheiten:

keine

Kontraktspezifikation: MATIF-Weizen als PDF
Basiswissen Weizen / Wheat
1. Botanik und Herkunft

weizenWeichweizen (Triticum aestivum) ist die unbespelzte Kulturform der hexploiden Weizenreihe und gehört zur Pflanzenfamilie der SĂŒĂŸgrĂ€ser. Die bespelzte Variante ist der Dinkel (Triticum spelta). In die tetraploide Weizenreihe ist der Hartweizen (Triticum durum) einzuordnen. UrsprĂŒnglich stammen die Urformen des Weizen aus dem fruchtbarer Halbmond in Vorderasien. ArchĂ€ologische Funde haben bereits eine Nutzung vor 8000 Jahren im Niltal nachgewiesen. Mittlerweile wird er weltweit zwischen dem 30. und 60. Breitengrad auf der nördlichen und zwischen dem 27. und 40. Breitengrad auf der sĂŒdlichen Halbkugel angebaut. Winterweichweizen ist mit einem Hektarertrag von bis zu 100dt auf gĂŒnstigen Standorten und ausreichender Wasserversorgung dem Sommerhartweizen deutlich ĂŒberlegen. In Deutschland steht auf 98% der AnbauflĂ€che Winterweizen.

2. QualitÀtskriterien und Nutzung

Neben Reis ist Weizen die weltweit bedeutendste Getreideart fĂŒr die menschliche ErnĂ€hrung. Vor allem der Weichweizen wird zur Herstellung von Mehl, Back- und Teigwaren verwendet. Die wichtigsten QualitĂ€tskriterien fĂŒr Backweizen sind der Rohproteingehalt (12-14%), die Fallzahl (220-250s), der Sedimationswert (30-50ml) und die Volumenausbeute. Hartweizen eignet sich durch sein glasiges Korn vor allem zur Nudel- und Grießherstellung.

Je nach Preislage wird 40-60% des geernteten Weizens als energiereiches Futter in der TierernÀhrung eingesetzt und das Stroh zur Einstreu verwendet.

Weiterhin wird Weizen als Rohstoff in Brauereien und Whiskybrennereien zur Alkoholgewinnung und zur StĂ€rkeproduktion eingesetzt. FĂŒr Brau- und Brennweizen sollte der Rohproteingehalt unter 11,5% liegen. FĂŒr die StĂ€rkegewinnung ist die Glutenbildung wichtig.

3. Produktion und Handel

Die Weltweizenproduktion stieg im Wirtschaftsjahr 2013/14 um 8,5% an 715,1 Mio. Tonnen an und erreichte einen neuen Rekordwert. Die flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten AnbaulĂ€nder sind lt. USDA SchĂ€tzungen dabei aber nicht immer die produktivsten:

 

FlÀche

Produktion

Ertrag je ha

 

(Mio.ha)

(Mio. t)

(dt)

Indien

30,0

93,5

31,2

EuropÀische Union

25,7

144,3

56,1

Russland

24,0

52,1

21,7

China

24,1

121,9

50,6

USA

18,3

58,1

31,7

Australien

13,5

27,0

20,0

Kasachstan

13,0

16,5

12,7

Kanada

10,4

37,5

36,1

Ukraine

6,5

22,3

34,3

In Deutschland wurden zum Vergleich auf 3,1 Mio. Hektar AckerflĂ€che Weizen angebaut und dabei  24,9 Mio. Tonnen geerntet, was einen durchschnittlichen Ertrag von 79,8 dt/ha entsprach.

Die grĂ¶ĂŸten Weizenexporteure sind die USA und die EuropĂ€ische Union mit 32,0 Mio. Tonnen gefolgt von Kanada mit 23,1 Mio. sowie Australien und Russland mit je 19,0 Mio. Tonnen. Diese FĂŒnf sind somit fĂŒr 75% des gesamten Welthandels von 166,0 Mio. t verantwortlich. Das Angebot ĂŒbersteigt die Nachfrage (696,5 Mio. t), so dass sich die weltweiten LagerbestĂ€nde auf 192 Mill. Tonnen erhöht haben

4. WarenterminmÀrkte

Die weltweit grĂ¶ĂŸte Getreidebörse ist das Chicago Board of Trade (CBoT), welche von der Chicago Mercantile Exchange (CME Group) betrieben wird. Weitere wichtige internationale HandelsplĂ€tze fĂŒr Weizenfutures und Optionen sind unter anderem die Minneapolis Grain Exchange (MGEX), die Sydney Futures Exchange (SFE), ICE Futures Kanada, der Multi Commodity Exchange of India (MCX) und die Zhengzhou Commodity Exchange (ZCE ).

Die europĂ€ischen Weizenproduzenten, sowie die Lebensmittel- und Verarbeitungsindustrie nutzen die MATIF (MarchĂ© Ă  Terme International de Franc) zur Preisfindung. Auch nach der Übernahme durch Euronext bleibt die MATIF die bedeutendste Warenterminbörse fĂŒr Weizen in Europa. Der MATIF-Weizen wird als Mahlweizen (Milling Wheat) in einer KontraktgrĂ¶ĂŸe von 50t gehandelt und ist somit auch fĂŒr kleinere Landwirte zur Preisabsicherung interessant.  

Der Kurs des MATIF-Weizen unterliegt wie die meisten Agrarrohstoffe deutlichen Schwankungen. Notierte der Kurs 2010 noch bei 115 Euro je Tonne erfolgte in den Jahren 2011 und 2013 ein krĂ€ftiger Anstieg fast 280 Euro je Tonne. In 2014 drĂŒckten die guten Ernten in Europa den Kurs zeitweise auf 150 Euro.

5. USDA Weltagrarversorgung und NachfrageschÀtzung

Im folgenden finden Sie eine deutsche Übersetzung des USDA-Berichts zur Weltagrarversorgung und NachfrageschĂ€tzung:

Dieser Bericht stellt die erste USDA-Bewertung der US- und Weltkulturen Angebots- und Nachfrageaussichten  sowie der US-Preise fĂŒr 2015/16 dar. Ebenfalls werden Projektionen fĂŒr US Vieh, GeflĂŒgel und Milchprodukte fĂŒr das erste Kalenderjahr 2016 vorgestellt. Da in der nördlichen HemisphĂ€re das FrĂŒhjahr-Einpflanzen noch im Gange ist und in der sĂŒdlichen HemisphĂ€re noch mehrere Monate entfernt liegt, sind diese Projektionen sehr vorlĂ€ufig. Die Prognosen fĂŒr den US-Winterweizen FlĂ€che, Ertrag und Produktion sind vom 12. Mai Pflanzenbau-Bericht. FĂŒr andere US-Kulturen, wird der voraussichtliche Pflanzungen-Bericht fĂŒr AnbauflĂ€chen verwendet. Die verwendeten Methoden, um die fĂŒr 2015/2016 geernteten AnbauflĂ€chen und ErtrĂ€ge zu projizieren sind in jeder Tabelle angegeben.

Weizen:

Die US-Weizen-VorrĂ€te fĂŒr 2015/2016 wurden ausgehend von 2014/2015 um 6% nach oben projiziert. Die gesamte Weizenproduktion wird auf 2,087 Millionen Scheffel geschĂ€tzt, ein Anstieg von 3 Prozent. Der gesamte Weizenertrag wird auf 43.5 BĂŒschel pro Acker  prognostiziert, was einem leichten RĂŒckgang vom letzten Jahr bedeutet. Die Umfrage-basierten Prognosen fĂŒr die gesamte Winterweizenproduktion 2015/2016 liegen 7% höher sowohl mit höheren ErtrĂ€gen als auch grĂ¶ĂŸeren ErnteflĂ€chen. Ein RĂŒckgang der Soft Red Winter  Weizen geernteter Bereich ist mehr als ausgeglichen durch einen erhöhten Hard Red Winter (HRW) Weizen geernteten Bereich. Der diesjĂ€hrige HRW-Ertrag liegt ĂŒber dem Tiefstkurs aus dem letzten Jahr, gleichwohl haben DĂŒrre und AuswinterungsschĂ€den die Ernte erneut negativ beeintrĂ€chtigt. Die weiße Winterweizen-Produktion wird 10% ĂŒber dem Vorjahr vor allem auf höhere ErtrĂ€ge prognostiziert. Die FrĂŒhling-Weizenproduktion fĂŒr 2015/2016 wird wahrscheinlich um 5% sinken.

Die gesamte US-Weizen Verwendung fĂŒr 2015/2016 wird 4% höher prognostiziert als fĂŒr das letzte Jahr fĂŒr höhere Exporte, Futter- und Rest-Nutzung und die Verwendung von Lebensmitteln. Die Exporte werden fĂŒr 2015/2016 auf 925 Millionen Scheffel prognostiziert. Dies sind ausgehend vom Vorjahrestief 65 Millionen Scheffel mehr. Gleichwohl liegt der Wert damit immer noch unter dem 5-Jahresdurchschnitt. Große Lieferungen in mehrere wichtige KonkurrenzlĂ€nder begrenzen weiterhin die US-Exporte.

Die Futter- und Rest-Nutzung wird aufgrund erhöhter Lieferungen auf 20 Millionen Scheffel prognostiziert. Die US-EndbestĂ€nde werden voraussichtlich um 84 Millionen Scheffel auf 793 Millionen Scheffel steigen. Dies entspricht dem höchsten Wert seit dem Erntejahr 2010/2011.    

Der Gesamtweizen durchschnittlicher Saison-Ladenpreis wird auf 2,50$ bis 5,50$ pro Scheffel prognostiziert. Die globalen Weizen Lieferungen werden voraussichtlich geringfĂŒgig von 2014/2015 ansteigen, da erhöhte AnfangsbestĂ€nde vom Vorjahrsrekord einen leichten RĂŒckgang in der Produktion  mehr als ausgleichen.

Die Gesamtweizenproduktion wird auf 718,9 Millionen Tonnen geschĂ€tzt. Die Auslandsproduktion ist um 9,2 Millionen Tonnen gesunken, aufgrund von Reduktionen in der EU, in Indien und in der Ukraine. FĂŒr China, TĂŒrkei, Marokko, Australien, Iran und Syrien gibt es mehr als ausgeglichene Erhöhungen. Der globale Weizenverbrauch wird fĂŒr 2015/2016 voraussichtlich leicht höher sein als in 2014/2015. Ein höherer Lebensmittelverbrauch wird eine Verringerung der WeltweizenfĂŒtterung wahrscheinlich mehr als kompensieren.

Die globale Importnachfrage ist fĂŒr 2015/2016 niedriger. Die grĂ¶ĂŸten RĂŒckgĂ€nge werden aufgrund stark verbesserter Ernteaussichten aus der TĂŒrkei, dem Iran und Marokko erwartet.

Die Exporte sind niedriger fĂŒr Kanada, Indien, EU, Russland und die Ukraine. FĂŒr Argentinien und Australien sind die Exporte hingegen höher. Die globalen EndbestĂ€nde werden fĂŒr 2015/2016 auf 203,3 Millionen Tonnen prognostiziert, was ein Plus von 2,5 Millionen gegenĂŒber 2014/2015 bedeuten wĂŒrde.

UPDATE WEIZEN 23.11.2015

Die Prognose besagen, dass die US Exporte fĂŒr 2015/2016 um 50 Mio Bushels geringer sind und damit ca. 800 Mio Bushels exportiert werden. Die EndbestĂ€nde werden gleichbleibend auf 911 Mio Bushels geschĂ€tzt. Dies wĂŒrden die niedrigsten Exporte seit 1971/1972 sein. Gleichzeitig  erreichen die LagerbestĂ€nde seit 2009/2010 neue Rekordwerte. Sinkende WettbewerbsfĂ€higkeit der US Produktion und der starke US Dollar sind die HauptgrĂŒnde fĂŒr fallende Exportzahlen. Die Preisspanne fĂŒr die Saison 2015/2016 wird derzeit auf 4,8 USD bis 5,2 USD geschĂ€tzt.

Die Prognose fĂŒr das globale Weizenangebot 2015/2016 liegt bei 733,0 Mio t. und stellt damit den dritten Hochpunkt in Folge dar. Zuletzt wurde die Prognose um 0,2 Mio. t reduziert. Die Ursache dafĂŒr ist ein geringerer Anfangslagerbestand, welcher teilweise durch einen Produktionsmengenanstieg egalisiert wird. In der EU wird ein Produktionsanstieg in Höhe von 2,0 Mio. t erwartet, wĂ€hrend Australien und Russland die Produktion um 1,0 Mio. t beziehungsweise 0,5 Mio. t kĂŒrzen. Die VerĂ€nderung in Australien reflektiert den trockenen und heißen Oktober, welcher das Ertragspotential stark reduziert.

Die Exportprognose der Nicht US-Staaten fĂŒr 2015/2016 wurde um 2,1 Mio. t erhöht, maßgeblich durch den  Anstieg in Canada in Höhe von 1,0 Mio. t. FĂŒr Brasilien und die EU werden Exporte um jeweils 0,5 Mio. t. höher eingeschĂ€tzt. In Australien wird eine Minderung in Höhe von 1,0 Mio. t erwartet. Der weltweite Export wird um 0,2 Mio. t niedriger geschĂ€tzt, maßgeblich begrĂŒndet durch eine Exportreduktion von 1,2 Mio. t der USA. Der globale Weizenkonsum ist um 1,0 Mio. t Weizen gestiegen, angefĂŒhrt von China. Die derzeitigen LagerendbestĂ€nde sind um 1,2 Mio. t gesunken, aber sind weiterhin mit 227,3 Mio. t auf Rekordniveau. 

  15/16 14/15
Welt  160,6 164,5
Exporteure  
USA 23,1 23,2
Canada 19 24,1
Argentinien 5 5,5
Australien 19 16,7
Russland 23,5 22,8
Ukraine 15 11,3
Kasachstan 6,5 5,5
EU-28 33 35,4
Indien 0,5 3,4
Importeure  
Brasilien 6,7 5,6
Mexiko 4,4 4,4
SĂŒdkorea 4,2 3,9
Japan 5,8 5,9
Indonesien 7,8 7,5
Irak 3,2 2,3
Ägypten 11,5 11,1
Marokko 2,8 4,1
Algerien 7,7 7,3
EU-28 6 6
China 2,5 1,9

Alle Angaben ohne GewĂ€hr! Wir ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr mögliche Übersetzungsfehler, deshalb vergleichen Sie die angegebenen Daten im Zweifel bitte mit den Daten aus der englischen Originalversion, die unter folgendem Link gefunden werden kann: http://www.usda.gov/oce/commodity/wasde/latest.pdf

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