MATIF-Weizen

Kursübersicht:
Kontrakt Letzter Veränd.
Jan 15 178,75 +1,00 +0,56%
Mär 15 180,75 +0,75 +0,42%
Mai 15 183,00 +1,00 +0,55%
Sep 15 189,00 +0,75 +0,40%
Dez 15 191,00 0,00 0,00%
Mär 16 193,00 0,00 0,00%
Mai 16 195,00 +0,25 +0,13%
Sep 16 0,00 0,00%
Dez 16 0,00 0,00%
Mär 17 0,00 0,00%
Mai 17 0,00 0,00%
Sep 17 0,00 0,00%
Kontraktgröße: 50 t  /  Währung: € / t
Kurszeit 24.11.14 16:33
Kontraktspezifikation: MATIF-Weizen

Gehandelte Einheiten:

50 Tonnen Mahlweizen Ursprung: EU-Ware15% Feuchte, 76 kg/hl, 4% Bruchkorn, 2% Auswuchs, 2% Besatz, Zu-/Abschläge und ergänzende Anforderungen erfolgen im Einklang mit Incograin Nr. 23(Pariser Verträge)

Notierung:

€ je Tonne, Mindesttick 0,25 €

Laufzeiten:

August (Q), November (X), Januar (F), März (H) und Mai (K).

Letzter Handelstag:

Der 10. Handelstag des Liefermonats

Lieferung/cash-settlement:

Physische Lieferung: Öffentliches Silo in Rouen

Handelszeiten:

10:45 Uhr bis 18:30 Uhr

Besonderheiten:

keine

Basiswissen Weizen / Wheat

1.  Botanik und Herkunft

Weichweizen (Triticum aestivum) ist die unbespelzte Kulturform der hexploiden Weizenreihe und gehört zur Pflanzenfamilie der Süßgräser. Die bespelzte Variante ist der Dinkel (Triticum spelta). In die tetraploide Weizenreihe ist der Hartweizen (Triticum durum) einzuordnen. Ursprünglich stammen die Urformen des Weizen aus dem fruchtbarer Halbmond in Vorderasien. Archäologische Funde haben bereits eine Nutzung vor 8000 Jahren im Niltal nachgewiesen. Mittlerweile wird er weltweit zwischen dem 30. und 60. Breitengrad auf der nördlichen und zwischen dem 27. und 40. Breitengrad auf der südlichen Halbkugel angebaut. Winterweichweizen ist mit einem Hektarertrag von bis zu 100dt auf günstigen Standorten und ausreichender Wasserversorgung dem Sommerhartweizen deutlich überlegen. In Deutschland steht auf 98% der Anbaufläche Winterweizen.

2. Qualitätskriterien und Nutzung

Neben Reis ist Weizen die weltweit bedeutendste Getreideart für die menschliche Ernährung. Vor allem der Weichweizen wird zur Herstellung von Mehl, Back- und Teigwaren verwendet. Die wichtigsten Qualitätskriterien für Backweizen sind der Rohproteingehalt (12-14%), die Fallzahl (220-250s), der Sedimationswert (30-50ml) und die Volumenausbeute. Hartweizen eignet sich durch sein glasiges Korn vor allem zur Nudel- und Grießherstellung.

Je nach Preislage wird 40-60% des geernteten Weizens als energiereiches Futter in der Tierernährung eingesetzt und das Stroh zur Einstreu verwendet.

Weiterhin wird Weizen als Rohstoff in Brauereien und Whiskybrennereien zur Alkoholgewinnung und zur Stärkeproduktion eingesetzt. Für Brau- und Brennweizen sollte der Rohproteingehalt unter 11,5% liegen. Für die Stärkegewinnung ist die Glutenbildung wichtig.

3. Produktion und Handel

Die Weltweizenproduktion stieg im Wirtschaftsjahr 2013/14 um 8,5% an 715,1 Mio. Tonnen an und erreichte einen neuen Rekordwert. Die flächenmäßig größten Anbauländer sind lt. USDA Schätzungen dabei aber nicht immer die produktivsten:

 

Fläche

Produktion

Ertrag je ha

 

(Mio.ha)

(Mio. t)

(dt)

Indien

30,0

93,5

31,2

Europäische Union

25,7

144,3

56,1

Russland

24,0

52,1

21,7

China

24,1

121,9

50,6

USA

18,3

58,1

31,7

Australien

13,5

27,0

20,0

Kasachstan

13,0

16,5

12,7

Kanada

10,4

37,5

36,1

Ukraine

6,5

22,3

34,3

In Deutschland wurden zum Vergleich auf 3,1 Mio. Hektar Ackerfläche Weizen angebaut und dabei  24,9 Mio. Tonnen geerntet, was einen durchschnittlichen Ertrag von 79,8 dt/ha entsprach.

Die größten Weizenexporteure sind die USA und die Europäische Union mit 32,0 Mio. Tonnen gefolgt von Kanada mit 23,1 Mio. sowie Australien und Russland mit je 19,0 Mio. Tonnen. Diese Fünf sind somit für 75% des gesamten Welthandels von 166,0 Mio. t verantwortlich. Das Angebot übersteigt die Nachfrage (696,5 Mio. t), so dass sich die weltweiten Lagerbestände auf 192 Mill. Tonnen erhöht haben

4. Warenterminmärkte

Die weltweit größte Getreidebörse ist das Chicago Board of Trade (CBoT), welche von der Chicago Mercantile Exchange (CME Group) betrieben wird. Weitere wichtige internationale Handelsplätze für Weizenfutures und Optionen sind unter anderem die Minneapolis Grain Exchange (MGEX), die Sydney Futures Exchange (SFE), ICE Futures Kanada, der Multi Commodity Exchange of India (MCX) und die Zhengzhou Commodity Exchange (ZCE ).

Die europäischen Weizenproduzenten, sowie die Lebensmittel- und Verarbeitungsindustrie nutzen die MATIF (Marché à Terme International de Franc) zur Preisfindung. Auch nach der Übernahme durch Euronext bleibt die MATIF die bedeutendste Warenterminbörse für Weizen in Europa. Der MATIF-Weizen wird als Mahlweizen (Milling Wheat) in einer Kontraktgröße von 50t gehandelt und ist somit auch für kleinere Landwirte zur Preisabsicherung interessant.  

Der Kurs des MATIF-Weizen unterliegt wie die meisten Agrarrohstoffe deutlichen Schwankungen. Notierte der Kurs 2010 noch bei 115 Euro je Tonne erfolgte in den Jahren 2011 und 2013 ein kräftiger Anstieg fast 280 Euro je Tonne. In 2014 drückten die guten Ernten in Europa den Kurs zeitweise auf 150 Euro.

 

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Kursquelle: MATIF 
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