MATIF-Weizen

Kursübersicht:
Kontrakt Letzter Veränd.
Sep 16 0,00 0,00%
Dez 16 0,00 0,00%
Mär 17 0,00 0,00%
Mai 17 0,00 0,00%
Sep 17 0,00 0,00%
Dez 17 0,00 0,00%
Mär 18 0,00 0,00%
Mai 18 0,00 0,00%
Sep 18 0,00 0,00%
Dez 18 0,00 0,00%
Mär 19 0,00 0,00%
Mai 19 0,00 0,00%
Kontraktgröße: 50 t  /  Währung: € / t
Kurszeit 01.06.16 08:21
Kontraktspezifikation: MATIF-Weizen

Gehandelte Einheiten:

50 Tonnen Mahlweizen Ursprung: EU-Ware15% Feuchte, 76 kg/hl, 4% Bruchkorn, 2% Auswuchs, 2% Besatz, Zu-/Abschläge und ergänzende Anforderungen erfolgen im Einklang mit Incograin Nr. 23(Pariser Verträge)

Notierung:

€ je Tonne, Mindesttick 0,25 €

Laufzeiten:

September (U), Dezember (Z), Januar (F), März (H) und Mai (K).

Letzter Handelstag:

Der 10. Handelstag des Liefermonats

Lieferung/cash-settlement:

Physische Lieferung: Öffentliches Silo in Rouen

Handelszeiten:

10:45 Uhr bis 18:30 Uhr

Besonderheiten:

keine

Kontraktspezifikation: MATIF-Weizen als PDF
Basiswissen Weizen / Wheat
Weizen

Weizen - ein Nahrungsmittel und Börsenprodukt

Herkunft

Weizen ist neben Mais die wichtigste Getreideart weltweit und hat eine entscheidende Bedeutung für die menschliche Ernährung. Die botanische Einordnung erfolgt in der Klasse der Süßgräser (Pocaceae). Hierbei lassen sich weitere Kategorien unterscheiden:
- Weichweizen = Triticum aestivum (Brot- und Futterweizen)
- Dinkel = Triticum spelta
- Hartweizen = Triticum durum (Nudelherstellung)
Der Ursprung wird aufgrund von archäologischen Funden im fruchtbaren Halbmond Vorderasiens vermutet. Diese Gegend liegt am nördlichen Rand der syrischen Wüste und grenzt an die arabische Halbinsel. Sie erstreckt sich über den Persischen Golf bis zum Libanon, Israel, Palästina und Jordanien. Bereits vor 8.000 Jahren soll in diesem überaus fruchtbaren Gebiet Weizenarten angebaut und genutzt worden sein. Als Ursprungsformen wurden dabei Einkorn und Emmer verwendet, aus denen sich die heutigen Formen entwickelt hat. In Abhängigkeit des Aussaattermins haben sich drei Weizenarten herauskristallisiert:
-Winterweizen (Aussaat im Herbst)
-Sommerweizen (Aussaat im Frühling, ca. 5% des Weizenanbaus, geringerer Ertrag)
-Wechselweizen (Aussaat im Spätherbst oder frühes Frühjahr).
Der Winterweizen gilt dabei als die Weizenart, die am meisten verbreitet ist.

Weizenanbau

Für eine gute Entwicklung stellt der Weizen besondere Anforderungen an seine Umwelt, und dabei insbesondere an den Boden sowie an die Versorgung mit Nährstoffen. Gute Voraussetzungen bieten hierbei neutrale, humusreiche Böden. Die Aussaat des Winterweizens erfolgt im Herbst ca. ab dem 20. September. Nach der Keimung entwickeln sich die ersten Blätter und einige Zeit später erfolgt die Bestockung, d.h. die Bildung von Seitensprossen am untersten oberirdischen Knoten. Anschließend kommt es zur Winterruhe, die der Pflanze ermöglicht auch Frosttemperaturen bis zu -20 Grad Celsius unbeschadet zu überstehen. Für den Winterweizen ist sogar ein gewisser Kältereiz von Nöten, um zur Blütenbildung angeregt zu werden (Vernalisation). Im Frühjahr entwickeln sich die Blätter und das Streckungswachstum setzt ein (Schossen). Jede Pflanze bildet dabei zwei bis drei Halme aus, an denen sich die Ähren entwickeln. Am Ende der Streckungsphase kommt es zum sog. Ährenschieben. und die Weizenpflanze fängt schließlich an zu blühen. Im letzten Entwicklungsstadium erfolgt die Selbst-Befruchtung und anschließend werden die Körner ausgebildet. Aus jeder Ähre entstehen dabei 30 bis 50 Körner, die nach erfolgter Abreife im Herbst geerntet werden können. Hierbei ist der Feuchtigkeitsgehalt des Kornes ein entscheidendes Kriterium. Der durchschnittliche Hektarertrag liegt derzeit zwischen 70 und 110 dt/ha. Für eine gute Eiweißqualität ist die Stickstoffdüngung von großer Bedeutung. Üblicherweise erfolgt diese in drei Gaben (Februar/März, Mitte April, Anfang Juni).

Qualitätskriterien

Bei der Weizenvermarktung unterscheidet man zwischen verschiedenen Qualitätsklassen, die einen großen Einfluss auf den Weizen Preis haben.
Eliteweizen: verfügt über hervorragende Backeigenschaften und eine hohe Volumenausbeute. Findet Verwendung zum Aufmischen minderer Qualitäten.
A-Weizen: hohe Eiweißqualität mit geringerer Volumenausbeute als Eliteweizen
B-Weizen: Brotweizen und Gebäckherstellung
C-Weizen: Futterweizen
Für die Einteilung in die verschiedenen Kategorien werden bestimmte Kriterien herangezogen: Feuchtigkeitsgehalt, Fallzahl, Hektolitergewicht, Proteingehalt sowie Sedimentationsgehalt. Vom RWZ Köln wurden hierfür folgende Richtwerte genannt:
Eliteweizen: 14,5% Feuchte, HL min. 77, Protein min. 14 %, Fallzahl min. 280 sec, Sedi min. 50
A-Weizen: 14,5% Feuchte, HL min. 77, Protein min. 13 %, Fallzahl min. 250 sec, Sedi min. 35
B-Weizen: 14,5% Feuchte, HL min. 76, Protein min. 12 %, Fallzahl min. 220 sec, Sedi min. 25
Futterweizen: 15,0% Feuchte, HL min. 72, max 15,0 % Schmachtkorn/Bruch

Verwendung

Das Weizenkorn bestehen auf folgenden Inhaltsstoffen:

- 61% Kohlenhydrate
- 11,4% Eiweiß
- 13,3% Ballaststoffen
- 1,8% Fett
- 1% Mineralstoffe

Des Weiteren enthält es auch B-Vitamine sowie Vitamin E.

Genauer betrachtet lässt sich das Weizenkorn in drei Bestandteile zerlegen: Spelze (äußere Hülle), Endosperm (Korn, besteht aus Stärke und Klebereiweißen) und Kern (Innerstes, reich an Fettsäuren und Mineralstoffen).

Aufgrund ihrer Inhaltsstoffe haben sowohl Weichweizen als auch Hartweizen eine besondere Bedeutung in der menschlichen Ernährung. Insbesondere der Weichweizen wird dazu herangezogen Mehl und Backwaren (Brot, Brötchen, Kuchen, Kekse) herzustellen. Die Weizenart, die eine eher untergeordnete Rolle spielt, der sogenannte Hartweizen wird dagegen für die Nudelproduktion verwendet. Aber auch in der Tierernährung findet der Weizen seine Verwendung, obwohl diese Verwertung aufgrund von Alternativprodukten stark vom Weizen Preis abhängig ist.


Bedeutung für die Wirtschaft

Weltweit hat der Weizenanbau in den letzten Jahren stetig zugenommen. Für 2015/16 schätzte das Agrarministerium in den USA eine globale Produktion von 734 Mio. t, was einem Anstieg von 7 Mio. t zum Vorjahr entspricht. Zu den größten Weizenproduzenten gehören (Produktionszahlen dem USDA-Bericht Mai 2016 für das Wirtschaftsjahr 2015/16 entnommen):
- Europäische Union 160,0 Mio. t
- China 130,2 Mio. t
- Indien 86,5 Mio. t
- Russland 61,0 Mio. t
- USA 55,8 Mio. t
Innerhalb der Europäischen Union gilt neben Frankreich auch Deutschland als einer der größten Weizenproduzenten. Laut Schätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes vom 17. Mai 2016 beläuft sich die deutsche Anbaufläche für Winterweizen auf 3,2 Mio. ha. Die erwartete Erntemenge liegt bei einem durchschnittlichen Ertrag von 79,7 dt/ha derzeit bei 25,2 Mio. t, was einem Minus von 3,7% zum Vorjahr entspricht.
Als wichtige Weizenexporteure sind zu nennen: die Europäische Union, Russland, USA, Kanada und Australien.
Entscheidend für das Preisgefüge am Weizenmarkt sind die Erntemengen in den Hauptanbauländern. Insbesondere das Wetter kann dabei zu Turbulenzen führen. Eine erfreuliche Weizenernte kommt zustande, wenn sowohl trockene Witterungsbedingungen mit dennoch ausreichenden Niederschlägen die Entwicklung der Bestände begleiten. Dürreperioden und Überschwemmungen können die Pflanzen sehr belasten und damit die Weizenpreise deutlich in Bewegung bringen. An der Börse spricht man dann von sogenannten Wettermärkten.


Terminhandel

Weizenfutures werden unter anderem an der weltweit größten Getreidebörse CBoT (Chicago Board of Trade) in den USA gehandelt. Die Notierung erfolgt hier in Cent pro Bushel und liegt aktuell für den Juli-Kontrakt bei 478, 25 ct/bu. Rückblickend auf die Weizenpreise der letzten fünf Jahre ist die aktuelle Notierung dabei eher im unteren Bereich angesiedelt. Der Tiefpunkt wurde bei 438,50 ct/bu erreicht. In der Hochphase im Juli 2012 konnte dagegen sogar die 9-Dollar-Marke überschritten werden. Die handelbaren Monate an der CBoT sind: März, Mai, Juli, September, Dezember. Für europäische Marktteilnehmer ist es wichtig zu beachten, dass bei dem Handel an der CBoT die Währungsschwankungen das Handelsergebnis deutlich verändern können.
Eine größere Bedeutung für die Weizenpreise in Europa hat die Matif in Paris (Marche a Terme International de Franc), die von der Euronext übernommen wurde, aber immer noch unter dem Namen Matif geläufig ist. Sowohl der Agrargroßhandel, aber auch Landhändler, Futtermühlen, Genossenschaften und Erzeuger orientieren sich in der Preisfindung an den Notierungen der Pariser Börse. Gehandelt werden dort die Monate März, Mai, September und Dezember. Die Notierung erfolgt in Euro pro Tonne. Laut der Kontraktspezifikationen umfasst ein Weizenkontrakt die Menge von 50 t.


Aktuelle Situation (Mai 2016)

Im laufenden Wirtschaftsjahr stehen die Weizenkurse vermehrt unter Druck. Große Restbestände aus der alten Ernte sowie gute Aussichten auf eine hohe Erntemenge im aktuellen Jahr deuten auf eine komfortable Versorgungslage hin. In Amerika sind die Weizenbestände bereits aufgelaufen. Der Entwicklungszustand wird vom US-Agrarministerium zu 62% als gut bis exzellent bewertet und liegt damit deutlich besser als zum Vorjahreszeitpunkt, zu dem dieser Anteil lediglich bei 45% lag. Auch die Aussaat des amerikanischen Sommerweizens ist bisher zügig vorangeschritten und der Zustand der jungen Pflanzen wird ebenfalls als überdurchschnittlich gut beurteilt. Zuletzt sorgten Regenfälle in den Hauptanbaugebieten jedoch für einige Sorgen. Zu viel Nässe könnte die Qualitäten des Weizens beeinträchtigen und die Entstehung von Krankheiten begünstigen. Laut USDA-Bericht wird die Produktionsmenge im laufenden Jahr 55,8 Mio. t betragen. Aufgrund von Reduzierung der Anbaufläche wird die Erntemenge in 2016/17 vermutlich um ca. 3% kleiner ausfallen. Doch in Zusammenhang mit den hohen Anfangsbeständen sowie Importen wird die zur Verfügung stehende Weizenmenge im Vergleich zum Vorjahr um 6% ansteigen.
Ähnlich wie in den USA bahnt sich auch in Europa eine gute Ernte an. Der Prognosedienst der Europäischen Kommission MARS ging zuletzt davon aus, dass sich die Getreideerträge aufgrund guter Wetterbedingungen überdurchschnittlich gut entwickeln könnten. Für den Weichweizen prognostizierten die Experten einen Durchschnittsertrag von 6,11 t/ha, was einem Plus von 4,8% im Vergleich zum Mittelwert der letzten fünf Jahre entspräche. Das USDA (United States Departement of Agriculture) vermutet, dass sich die gesamte Weizenproduktion der EU in 2015/16 auf 160,01 Mio. t belaufen könnte. Der Internationale Getreiderat hat ebenfalls hohe Prognosen bekannt gegeben. Er korrigierte seine letzte Schätzung um 1,5 Mio. t nach oben und erwartet nun für die EU eine Gesamtweizenmenge von 153,9 Mio. t. Der Anteil des Weichweizens beträgt dabei 144,7 Mio. t.
Weltweit wird für 2015/16 mit einer rekordverdächtigen Erntemenge in Höhe von 734 Mio. t gerechnet. Zusätzlich könnten die Endbestände auf 242 Mio. t ansteigen und damit die Anfangsbestände für das nächste Wirtschaftsjahr (2016/17) entsprechend erhöhen. Auch wenn die globale Produktion dann auf 727 Mio. t sinken sollte, wird sich aufgrund der hohen Anfangsbestände der globale Endbestand auf 257 Mio. t belaufen. Das wäre ein neuer Rekord und entspräche einem Plus von 14,4 Mio. t zum Vorjahr. Diese Situation könnte sich belastend auf die Börsennotierungen auswirken, die zuletzt für den US-Weizen bei 4,81 US-$/bu für den Juli-Kontrakt lagen. An der Matif steht derzeit der September-Kontrakt an der Stelle des Frontmonats. Er schloss zuletzt bei 167 EUR/t und bewegte sich damit auf dem mittleren Niveau zwischen dem Jahreshoch von 205 EUR/t und dem Tiefpunkt bei 140,75 EUR/t.

Alle Angaben ohne Gewähr. Kursquelle: MATIF 
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Kaack Terminhandel GmbH 
Makler an den Agrarterminbörsen
 
Ansprechpartner: Wolfgang Sabel 
Tel: 04471/88208-0 - Fax: 04471/88208-20 
www.kaack-terminhandel.de 
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