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CBoT-Sojaöl - aktuelle Sojaölpreise | Sojaölkurse | Sojaölchart

CBoT-Sojaöl

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Kontraktspezifikation: CBoT Sojaöl / Soybean Oil

Gehandelte Einheiten:

60,000 pounds (lbs) / 27 Tonnen (1 Pfund (1 Pound) = 0,453 592 37 kg 

Notierung:

1/100 US-Cent per pound ($6,00 pro Kontrakt)

Laufzeiten:

Januar (F), März (H), Mai (K), Juli (N), August (Q), September (U), Oktober (V) und Dezember (Z).

Letzter Handelstag:

Handelstag vor dem 15. Kalendertag des Liefermonats

Lieferung/cash-settlement:

Physische Lieferung

Handelszeiten Chicago Time (CT):

CME GLOBEX (Electronic Platform)

Sonntag bis Freitag 7:00 p.m. - 7:45 a.m. Chicago Time (CT) und

Montag bis Freitag 8:30 a.m. - 1:15 p.m. CT

Open Outcry (Trading Floor)

Montag bis Freitag 8:30 a.m. - 1:15 p.m. CT

Handelszeiten Deutschland (GTM+1):

02:00 bis 14:45 Uhr elektronische Handel 15:00 bis 15:30 Pause, 15:30 bis 16:30 elektronische Handel und 16:30 bis 20:15 Parketthandel und elektronische Handel

Besonderheiten:

keine

Basiswissen Sojaöl / Soybean Oil
1. Botanik und Herkunft

Die Sojabohne (Glycine max) gehört zu der Pflanzenfamilie der Leguminosen (Hülsenfrüchte). Wie alle Hülsenfrüchte ist sie in der Lage durch eine Symbiose mit Rhizobiumbakterien Stickstoff aus der Luft zu binden und in der Biomasse zu speichern. Nach der Ernte stehen für die Folgefrucht dann durchschnittlich 100 kg/ha Stickstoff im Boden zur Verfügung.

Soja ist einer der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Bereits vor 5000 Jahren wurde sie in China intensiv kultiviert. In der westlichen Welt begann die Nutzung erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ist mittlerweile in den USA und Südamerika zu der bedeutendsten Fruchtart geworden. Aufgrund der epigäischen Keimung ist die Sojabohne sehr frostempfindlich und wird daher erst im Frühjahr gesät und im September bis Oktober geerntet. Während in Deutschland bei einem Durchschnittsertrag von ca. 30 dt/ha der Anbau kaum lohnt, ist es an geeigneten Standorten in den USA möglich bis 100 dt/ha zu ernten. Die Hauptanbaugebiete in  USA sind im Mittleren Westen und entlang des südlichen Mississippi konzentriert.

2. Qualitätskriterien und Nutzung

Die Samen der Sojabohne bestehen aus 22% Rohfett und 39% Rohprotein. Damit ergeben sich zwei grundsätzlich Nutzungsmöglichkeiten. Zum einen zur Ölgewinnung und zum anderen zur Generierung eines proteinreichen Nahrungs- bzw. Futtermittel. Bei der Verarbeitung der Bohnen fällt Sojamehl bzw. –schrot mit einem Proteingehalt von 44% oder 48% an. Damit ist es ein hochwertiges Eiweißkonzentrat für die Rinder-, Schweine- und Geflügelmast.

Beim Weltverbrauch von Ölen und Fetten liegt Sojaöl mit 56% deutlich an erster Stelle vor Raps (11%), Baumwollsaat (11%), Sonnenblume und Erdnuss (je 7%).

Im Nahrungsmittelbereich wird aus den Sojabohnen Milchersatzprodukte wie Babynahrung, Soja-Joghurt, Soja-Käse und Sojanussbutter gewonnen. Vegetarier schätzen die aus Soja gewonnen vielfältigen Tofuprodukte als Fleischalternative. In der asiatischen Küche werden die Sojasprossen oder die ganzen Bohnen zu Mahlzeiten verarbeitet und mit Sojasauce gewürzt.

Sojaöl wird durch die Extraktion der Sojabohnen gewonnen. Sojaöl ist die Grundlage für zahlreiche pflanzliche Margarine- und Speiseöl für das Backen und Kochen. Die Nebenprodukte der Ölherstellung wie Lecithine werden zur Emulgation für Nahrungs- und Futtermittel, als Feuchthalte und Bindestoffe in der Schokolade, Gebäck und Wurstherstellung. Sojaöl ist das am häufigsten verwendete Speiseöl in den USA. Es ist es für 80% der Margarineproduktion und mehr als 75% des gesamten pflanzliches Fett- und Ölverbrauch verantwortlich. Sojaöl ist cholesterinfrei und reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Aufgrund einer hohen Energie-Effizienz ist Sojaöl ein ausgezeichneter Rohstoff für die Raffination von Biokraftstoffen und damit als Alternative zu Erdölprodukten. Sojaöl findet ebenfalls in der industriellen Produktion von Farben, Lacke, Harze und Kunststoffe sein Verwendung.

3. Produktion und Handel

Nach Schätzungen der FAO und USDA wurden 2014 weltweit auf 113,2 Mio. Hektar Soja angebaut und damit eine Rekordernte von 287,5 Mio. t (+7,2%) eingefahren. Damit hat sich die Erzeugung von Soja seit dem Jahr 1990 (108,5 Mio. t) mehr als verdoppelt. Verantwortlich hierfür sind die vor allem die Produktionsausweitungen Brasilien und die USA. Hatten beide Länder 1990 noch 72,3 Mio. Soja geerntet, waren es 2014 bereits 178,1 Mio. t.

Die USA bleiben weiterhin mit einem Marktanteil von 31,5 % der größten Sojaproduzenten in der Welt. Auf dem zweiten Platz rangiert Brasilien mit 30,4%, gefolgt vor Argentinien (18,8%), China (4,2%) und Indien (4,1%).  

In den Welthandel gelangen zwei Fünftel der Weltproduktion. Den Löwenanteil des Exports wird dabei von Brasilien (46,5 Mio. t) und den USA (44,8 Mio. t) getragen. Die größten Importeure sind China (69,0 Mio) und die Europäische Union (12,7 Mio. t).

Die Weltproduktion von Sojaöl betrug 2014 46,9 Mio. t gegenüber einem Vorjahreswert von 44,6 Mio. t. Der größten Produzenten sind China mit 13,2 Mio. t und die USA von 9,3 Mio. t.

In beiden Ländern wird jedoch mehr produziert als verbraucht, da ein Großteil der Sojabohnen für die Fütterung geschrotet wird und das Sojaöl nur als Nebenprodukt anfällt.

Weitere Großproduzenten sind Argentinien mit 7,5  Mio.  und Brasilien mit 7,2 Mio. Tonnen.

4. Warenterminmärkte

Der Primärmarkt für Sojabohnen-Futures und Optionen ist an die Chicago Board of Trade (CBoT), eine von der Chicago Mercantile Exchange (CME) Gruppe betrieben wird. Der Sojaölkontrakt der CBoT umfasst die Lieferung von 60.000 amerikanische Pfund und wird in US-Cent je Pfund angegeben.

Weitere wichtige Terminmärkte für Soja sind der  Bolsa de Mercadorias & Futuros in Brasilien, der Mercado de Termino in Argentinen, Multi Commodity Exchange of India (MCX),  die Kansai-Commodities Exchange in Japan und die Zhengzhou Commodity Exchange in China.

Der Kurs der Sojabohnen unterliegt je nach Witterung in den Anbaugebieten, den prognostizierten und tatsächlichen Erntemengen, der Nachfrage nach Eiweißfutter insbesondere in China und dem Ablauf des Transports hin zu den Verschiffungshäfen.

Der Kurs von Sojaöl ist nicht direkt an den Sojabohnenpreis gekoppelt. Er ist abhängig von der politischen Subventionierung zur Förderung von Biokraftstoffen und den Preisen der Substitutionsgüter wie Palmöl und Sojaöl.

Aufgrund der enormen Überproduktion von Sojabohnen für die Tierernährung sind hohe Lagerbestände an Sojaöl aufgelaufen, welche den Preis von Sojaöl unter Druck setzten. So ist der Kurs seit dem Hoch 2011 von 59,77 US-Cent auf ein historisches Tief von 31,44 US-Cent im September 2014 gefallen.

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