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MATIF-Rapsschrot - aktuelle Rapsschrotpreise | Rapsschrotkurs | Rapsschrot-Chart

MATIF Rapsschrot

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Kontraktspezifikation: MATIF-Rapsschrot

Gehandelte Einheiten:

30 to · Ursprung: jeglicher Herkunft· Qualität: Rapsmehl aus 00 Raps, 34,5% Proteingehalt, Wassergehalt max. 13%

Notierung:

€ je Tonne, Mindesttick 0,25 €

Laufzeiten:

September, Dezember, März, Juni

Letzter Handelstag:

der letzte Handelstag vor dem Liefermonat

Lieferung/cash-settlement:

Physische Lieferung in: Belleville, Metz, Frouard, Bülstringen, Vahldorf, Magdeburg, Würzburg, Gent

Handelszeiten:

Handelszeiten: 10.45 Uhr bis 18.30 Uhr

Besonderheiten:

keine

Kontraktspezifikation als PDF

Kontraktspezifikation: MATIF-Rapsschrot als PDF
Basiswissen Rapsschrot /Rapsmehl
1.Botanik und Herkunft

RapsschrotRaps (Brassica napus) ist eine gelb blühende, einjährige Pflanzenart aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Aufgrund der Speicherung von Triglyceriden in den Samen wird der Raps zu den Öl- und Faserpflanzen gezählt. Während in Nordamerika überwiegend Sommerraps angebaut wird, ist im europäischen gemäßigten Klima der Anbau von Winterraps vorherrschend. Die Ertragsleistungen der Sommersorten liegen mit ca. 2,0 – 2,5 t/ha deutlich unter denen von Winterraps mit 3,5-5,0 t/ha. Der Raps ist aus einer Bastardkreuzung zwischen Kohl (Brassica oleracea) und Wildrübsen (Brassica campes) im Mittelmeeraum und Vorderasien entstanden. Bereits vor 4000 Jahren wurde Rapsöl in Indien und China als Brat- und Lampenöl verwendet. In Europa begann seine feldmäßige Nutzung im 15. Jahrhundert in den Niederlanden, erlangte aber erst im Zuge der Industrialisierung und dem steigenden Bedarf an Ölen und Fetten eine größere Bedeutung.    

2. Qualitätskriterien und Nutzung

Wenn die kleinen schwarzen runden Samen (5g TKM) hart sind und in der Schote rascheln erfolgt der Mähdrusch. Die Basisqualität des Rapses sind mit mind. 40 % Ölgehalt bei 9% Feuchte und weniger als 2% Fremdbesatz definiert. Die Verwendungsmöglichkeiten richten sich nach der Fettsäurezusammensetzung und den Anteil an antinutritiven Inhaltsstoffen  (Glucosinolate, Erucasäure). Der konventionelle Raps (++Raps) war mit seinen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren und 3% Glucosinolatgehalt nur im industriellen Bereich einzusetzen: zur Gewinnung von Schmier- und Hydrauliköl, für Lacken und Farben oder zur Kraftstofferzeugung (Rapsmethylester). Der Pflanzenzüchtung gelang es jedoch erucasäurefreie (0-Raps) sowie erucasäurefreie und glucosinolatarme (00 Raps) Sorten zu züchten. In Kanada wurden diese genetischen Variationen unter dem Namen Canola (Canadian oil, low acid) kultiviert und in ganz Nordamerika vermarktet. Mittlerweile ist Canola im englischen Sprachraum die bevorzugte Bezeichnung für Raps, statt dem negativ konnotierten rape seed. Durch den Züchtungsfortschritt erhöhte sich gleichzeitig der ernährungsphysiologisch bedeutsame Anteil der ungesättigten Fettsäuren wie Linol- und Linolensäure. Seitdem konnte der Raps verstärkt zur Speiseöl und Margarineherstellung genutzt werden. In Deutschland wird heute überwiegend 00 Raps ausgesät. Aufgrund des hohen Anteils an Rohprotein (24%) fallen als Rückstände bei der Ölgewinnung Rapskuchen oder Rapsextraktionsschrot an und beides wird in der Mast als wertvolles Eiweißfutter verwendet.

Rapsextraktionsschrot wird durch die chemische Bearbeitung der Rapssamen erzeugt und zeichnet sich durch einen hohen Anteil von Rohprotein (34%) und einem etwas geringeren Rohfett von etwa drei Prozent. Rapskuchen entsteht als Rest bei der mechanischen Pressung der Samen und hat damit einen deutlichen höheren Fettgehalt (8-12%).

3. Produktion und Handel

Raps ist die wichtigste Ölsamenpflanze Europas und im weltweiten Maßstab steht sie mit 14% Anteil an der Produktion an der zweiten Stelle. Die Weltrapsproduktion stieg im Wirtschaftsjahr 2013/14 gegenüber dem Vorjahr um 11,6% auf einen neuen Rekordwert von 71,1 Mill. t an. Die bedeutendsten Rapsproduzenten sind die Europäische Union mit ca. 21,3 Mio. t, gefolgt von Kanada (18,0 Mio. t), China (8,4 Mio. t) und Indien (7,1 Mio. t). In Deutschland wird auf 11% der gesamten Ackerfläche (1,4 Mio. ha) Winterraps angebaut und 5,7 Mio. t geerntet. Deutschland ist damit Europas größter Rapsproduzent.

Die weltweite Nachfrage nach Raps ist im Jahr 2013/14 um 3,1% auf 64,5 Mill. t angestiegen. Der Weltverbrauch von Rapsöl hat sich in diesem Zeitraum ebenfalls um 4,0 % auf 24,595 Millionen Tonnen erhöht. Die größten Verbraucher sind China, Japan und die EU. Trotz der ausgedehnten Nachfrage sind in den letzten 10 Jahren die Lagerbestände an Rapsöl von 0,5 Mio. auf 3,9 Mio. t angewachsen. Gründe hierfür sind u.a. die überwiegende Nutzung des Rapsschrotes in China und die Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen Förderung von Biokraftstoffen in Europa.  

4. Warenterminmärkte

Die nordamerikanischen Rapsproduzenten sichern ihre Ernten über Raps-Futures und Optionen an der ICE Futures in Winnipeg ab. Der Futures-Kontrakt umfasst dort die Lieferung von 20 Tonnen Raps. In Europa wird der Kurs für Raps an der französischen Terminbörse mit Sitz in Paris, der MATIF (Marché à Terme International de France), gehandelt. Im Zuge einer Börsenfusion ist die Terminbörse MATIF Paris in die NYSE Euronext integriert worden. MATIF Raps wird in Euro je Tonne gehandelt, wobei die Größe des Raps-Kontrakts 50 Tonnen beträgt.

MATIF-Raps hatte 2012 mit Kursen bei 525€ ein historisches Hoch erreicht. Aufgrund der Ausweitung der Anbauflächen und Produktion ist der Kurs seitdem zurückgekommen und hat sich im zweiten Halbjahr 2014 bei ca. 320€ stabilisiert.

Seit November 2014 werden an der MATIF Rapsmehl/-schrot Terminkontrakte gehandelt.

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